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Zeitung: Überschuldete Deutsche stehen zunehmend beim Staat in der Kreide

News von LatestNews 1537 Tage zuvor (Redaktion)
Wer in Zahlungsschwierigkeiten steckt, schuldet immer häufiger der öffentlichen Hand Geld. Die durchschnittlichen Verbindlichkeiten bei Städten, Gemeinden, Sozialämtern oder auch der Gebühreneinzugszentrale erreichten im vergangenen Jahr mit 4.869 Euro einen Höchststand, zitiert die "Welt" vorab aus dem "Überschuldungsreport 2012" des Instituts für Finanzdienstleistungen. Ein Jahr zuvor seien es durchschnittlich nur 3.666 Euro gewesen.

Dagegen nehme die Bedeutung der Banken bei den Außenständen überschuldeter Menschen ab. Kreditinstitute blieben zwar wichtigster Gläubiger, die durchschnittlichen Schulden dort seien allerdings in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf zuletzt 12.711 Euro gesunken. Im Jahr 2007 waren es noch 17.017 Euro. Alljährlich wertet das Institut die Situation von rund 12.000 Menschen aus, die bei Schuldnerberatungsstellen Hilfe suchten. Die robuste Konjunktur wirkt sich nach Angaben der Zeitung positiv auf die Zahl der Verbraucherinsolvenzen aus. Sie sei laut Report mit 101.075 Fällen erstmals seit 2008 wieder gesunken. Im Jahr 2010 gab es noch 106.290 Insolvenzen. Angesichts der sich aktuell andeutenden Konjunkturabschwächung werde dieser Trend im kommenden Jahr aber wohl gestoppt, heißt es in der Studie. Besonders zugenommen hat die Gruppe der Alleinlebenden unter den überschuldeten Bürgern. Sie machten mittlerweile 55,2 Prozent aus. Zurückgegangen sei dagegen der Anteil der Alleinerziehenden: Er sei von 17,4 Prozent im Jahr 2010 auf 15,3 Prozent im Vorjahr gesunken. Die Gesamtverschuldung der Menschen, die ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können, ohne die täglichen Grundbedürfnisse einzuschränken, addiere sich im Durchschnitt auf 27.260 Euro. Sie liege damit leicht über dem historischen Tiefstand aus dem Jahr 2010, der 26.897 Euro betragen habe, hieß es weiter. Insgesamt gebe es laut Studie 3,12 Millionen überschuldete Haushalte in Deutschland. Auslöser für den Sturz in die Schuldenfalle ist nach Angaben der Zeitung nach wie vor der Verlust der Arbeit. Allerdings sei die Bedeutung dank der stabilen Wirtschaftslage in den vergangenen Jahren gesunken. An Bedeutung gewonnen hätten Scheidungen oder Trennungen. Diese seien im ersten Quartal 2012 von 15 Prozent der Ratsuchenden als Hauptauslöser für ihre finanziellen Probleme genannt worden nach 11,7 Prozent im Jahr 2009. Ebenfalls eine steigende Tendenz hätten die Studienautoren beim Konsumverhalten mit 13,7 Prozent (2009: 10,7 Prozent) und Krankheiten mit 11,8 Prozent (2009: 9,8 Prozent) verzeichnet. Eine gescheiterte Selbstständigkeit werde dagegen in den Beratungsgesprächen sehr viel seltener genannt. Der Anteil sei auf 7,4 Prozent nach 9,3 Prozent vor drei Jahren gesunken. Viel Kritik mussten Banken in den vergangenen Jahren einstecken, weil sie trotz Zusage längst nicht jedem Verbraucher ein Konto gaben. Laut Überschuldungsreport zeigt die Auswertung der Fälle zwischen 2006 und dem ersten Quartal 2012 eine leichte Entspannung. So sei der Anteil der Ratsuchenden ohne eigenes Konto auf 13,5 Prozent gesunken, womit erstmals weniger als 15 Prozent ohne eigene Bankverbindung auskommen müssten. Allerdings bedeute auch ein Anteil von 13,5 Prozent, dass von den 3,12 Millionen überschuldeten Menschen in Deutschland rund 420.000 kein Konto hätten. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier sprach bereits im Vorjahr davon, dass ein Konto ein unerlässliches Werkzeug im Alltag sei, nur so könnten Menschen weiterhin am Wirtschaftsleben teilhaben. Die deutsche Kreditwirtschaft wehrt sich gegen eine Konto-Pflicht.

© dts Nachrichtenagentur





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