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Zeitung: Sicherheitslage in Nordafghanistan dramatischer als angenommen

News von LatestNews 2003 Tage zuvor (Redaktion)

Bundeswehrsoldaten in Schützenpanzer "Marder" bei Einsatz in Afghanistan
© dts Nachrichtenagentur
Die Sicherheitslage im Norden Afghanistans ist offenbar deutlich dramatischer als von der Bundeswehr und vom Verteidigungsministerium dargestellt. Das geht nach einem Bericht der "Bild-Zeitung" (Donnerstagausgabe) aus geheim eingestuften internen Bewertungen der Bundeswehr in Afghanistan hervor. In den Berichten heißt es über die Region Baghlan, die Taliban seien "unverändert im Raum vorhanden".

Ein "Anstieg" von Bombenanschlägen auf die Deutschen wird in den Dokumenten "als wahrscheinlich bewertet. Die Hauptbedrohung wird dabei vermutlich von IEDs (versteckten Sprengsätzen) ausgehen." Verteidigungsminister Thomas de Maizière hatte nach dem Anschlag auf einen Schützenpanzer "Marder 1A5" am 2. Juni gesagt, die Taliban hätten so sehr "am Boden verloren, dass sie nur noch auf "das besonders perfide Mittel von Terror und Sprengstoffanschlägen" zurückgreifen könnten. Analysten der Bundeswehr hingegen sprachen gegenüber "Bild" von einem "bewussten Strategiewechsel" der Taliban. Fotos vom Wrack des Schützenpanzers "Marder", die "Bild" exklusiv vorliegen, belegen, dass der Sprengsatz eine neue Qualität gehabt haben muss. Die Bilder zeigen einen Krater, der sieben mal elf Meter groß und vier Meter tief ist. Bundeswehrermittler gehen nach "Bild"-Informationen von einer Sprengladung deutlich über 200 Kilo aus. Die Fotos zeigen auch, dass der Schützenpanzer "Marder" von dem Sprengsatz vollkommen zerstört wurde. Bundeswehr-Ermittler sehen darin eine "völlig neue Dimension" der Anschläge, so die "Bild-Zeitung". Die Ermittler der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF) gehen nach "Bild"-Informationen auch davon aus, dass der afghanische Geheimdienst NDS zumindest indirekt an dem Anschlag beteiligt gewesen sein muss. In geheim eingestuften Berichten der ISAF heißt es laut "Bild-Zeitung", alles deute darauf hin, dass "höhere Dienststellen des NDS" von dem bevorstehenden Anschlag wussten, die Deutschen aber nicht warnten. Im deutschen Hauptquartier in Mazar-i-Sharif sei man "enttäuscht" von den afghanischen Geheimdienstlern des NDS, so ein Beteiligter zu "Bild". "Wir haben geglaubt, wir könnten denen einigermaßen trauen." Auch vor dem Sprengstoffanschlag vom 28. Mai 2011 im Gouverneurspalast von Talokan lag eine klare Warnung vor. Nach "Bild"-Informationen wurde der deutsche General Markus Kneip vorher informiert, es sei "innerhalb der nächsten 24 bis 48 Stunden ein Anschlag auf hohe Würdenträger in Talokan" geplant. Kneip nahm trotzdem an einem Treffen im Gouverneurspalast teil. Die Explosion verwundete Kneip und tötete seinen Leibwächter und einen seiner engsten Mitarbeiter.

© dts Nachrichtenagentur





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