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Wiener Apnoetaucher will Beitrag zur Erforschung der Höhenkrankheit leisten

News von LatestNews 1599 Tage zuvor (Redaktion)
Der Wiener Apnoetaucher Christian Redl, der im Oktober in den höchsten Seen der Welt, den Goyko-Seen in Nepal, tauchen wird, will vor allem um einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Höhenkrankheit leisten und so den Alpinsport sicherer machen. Das sagte der Extremsportler im Interview mit der "Welt". Auf 5000 Metern ist der Sauerstoffgehalt so gering, dass schon das Luftanhalten als tödlich gilt.

Noch niemand habe zuvor in den Seen, die als das höchste Süßwasserreservoir der Welt gelten, getaucht. Wegen des niedrigen Sauerstoffgehalts seien die meisten Menschen schon froh, wenn sie "überhaupt einen Fuß vor den anderen setzen können", außerdem betrage die Wassertemperatur nur zwei Grad. Der Rekord sei Redl aber eigentlich "völlig wurscht. Mir geht es um die Geschichte, um das Abenteuer und die Forschung. Bisher gibt es noch überhaupt keine Daten über das Tauchen in solchen Höhen, nicht einmal von der US Navy. Ich habe mir deshalb ein Ärzteteam gesucht, um Versuche durchzuführen, mit denen wir den Tauch-, aber auch den Alpinsport sicherer machen wollen." "Noch immer sterben viele Menschen bei dem Versuch, den Mount Everest zu besteigen, tödlich, weil sie die Höhenkrankheit bekommen", sagte Christian Redl in dem Interview. "Wir versuchen jetzt mit gezieltem Training, deren Details aber noch geheim sind, sogar einen Tauchgang möglich zu machen. Davon können dann auch Alpinisten profitieren." Angst habe er bei seinen Tauchgängen nicht, nur Respekt. Seit er mit 17 "Im Rausch der Tiefe" gesehen habe, sei er so fasziniert gewesen, dass er sich entschlossen habe, Freitaucher zu werden. "Zum Glück für meine Eltern habe ich aber auch noch "Wall Street" gesehen, den ersten Teil. Deshalb bin ich dann auch noch Banker geworden. Bis ich 30 war, habe ich beides parallel gemacht, aber dann gemerkt, dass das nicht funktioniert, wenn man es ernsthaft betreiben will. Also habe ich mich entschieden – fürs Freitauchen. Seitdem betreibe ich den Sport professionell und konzentriere mich voll auf meine Projekte. Ich gehe mit ihnen schlafen und stehe mit ihnen auf." Auf die Frage, was das Schlimmste wäre, was ihm bei dem Tauchgang passieren könnte, sagte Redl: "Zum einen, dass ich höhenkrank werde und es überhaupt nicht bis zu den Seen schaffe. Dann, dass ich tauchen gehen kann und dabei bewusstlos werde. Wenn das passiert, haben wir ein riesengroßes Problem, weil das dann wahrscheinlich ziemlich schlecht endet. Sollte mich mein Sicherungstaucher retten können, ist der Sauerstoffgehalt von 14 Prozent aber noch immer zu wenig, damit ich an der Oberfläche wieder selbstständig zu atmen beginne. Ein Spital gibt es nicht da oben. Und Hubschrauber fliegen nicht mehr in dieser Höhe. Der Sicherungstaucher hat deshalb nur wenige Sekunden Zeit an der Oberfläche, bis mein Herz aufhört zu schlagen. Unten wären es mehr als anderthalb Minuten."

© dts Nachrichtenagentur





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