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Weltbankchef Zoellick bemängelt europäisches Krisenmanagement

News von LatestNews 1633 Tage zuvor (Redaktion)

Robert Zoellick
© dts Nachrichtenagentur
Weltbankpräsident Robert Zoellick hat die Mitglieder der Euro-Zone zu raschen Reformen angehalten. "Europas Politiker handeln immer einen Tag zu spät und versprechen einen Euro zu wenig", sagte er in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Wenn es eng wird, schießen sie neue Liquidität nach. Die Europäische Zentralbank hat dadurch Zeit erkauft. Das Gute ist, dass der Druck dann etwas abnimmt. Das Schlechte ist: Die strukturellen Probleme ändern sich so nicht."

Weiteres Zögern sei gefährlich, warnte Zoellick: "Wenn Europa weiter so schwächelt, wird es an globalem Einfluss verlieren. Dessen müssen sich Europas Führer bewusst sein." Schließlich kursierten genug Ideen zur Finanzierung der Rettungspakete: "Es gibt den Vorschlag, Euro-Bonds für Schulden von bis zu 60 Prozent des Bruttoinlands - produkts auszugeben. Alles, was die Länder darüber hinaus ausgeben, ginge auf ihre eigene Rechnung. Europa könnte in diesem Fall von Amerika lernen. Nach dem Unabhängigkeitskrieg übernahmen die Vereinigten Staaten unter Alexander Hamilton, ihrem ersten Finanzminister, ein einziges Mal die Schulden aller ihrer Einzelstaaten, seitdem sind diese auf sich allein gestellt. Europa könnte ein ähnliches System einführen." Letztlich sei vor allem das Tempo der Umsetzung entscheidend, betonte der Weltbankchef: "Es kommt mir nicht so sehr darauf an, welches Modell die Europäer wählen. Sie sollen sich nur für eines entscheiden. Und zwar schnell." Die deutsche Regierung solle dabei vorangehen, doch in anderer Form als bislang: "Deutschland muss weiterhin auf fiskalen und strukturellen Reformen in einem vereinigten Europa bestehen. Aber Deutschland muss auch klar sagen, wie es Staaten, die mitten in Reformen stecken, helfen will, die richtigen Schritte zu tun. Deutschland leistet ja eigentlich sehr viel. Doch es stünde besser da, wenn es im Voraus genauer erläuterte, was für Hilfen es im Gegenzug für Reformen anbietet."

© dts Nachrichtenagentur





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