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Wahltrend: Koalition verharrt im Tief

News von LatestNews 2048 Tage zuvor (Redaktion)
Die schwarz-gelbe Bundesregierung bleibt auch nach dem Kabinettsbeschluss zum Atomausstieg bei den Wählern unbeliebt. Laut der wöchentlichen Forsa-Umfrage für das Magazin "Stern" und den Fernsehsender RTL wollen nur 35 Prozent der Deutschen derzeit Union oder den Liberalen ihre Stimme geben. 31 Prozent würden sich dabei für CDU/CSU entscheiden, ein Punkt mehr als in der Vorwoche.

Die FDP käme auf 4 Prozent, ein Punkt weniger als in der Woche zuvor. Die SPD erholt sich etwas, sie steigt um einen Punkt auf 23 Prozent. Die Grünen geben dagegen einen Punkt ab, bleiben mit 26 Prozent aber nach der Union zweitstärkste Kraft. Die Linke klettert um einen Punkt auf 9 Prozent. Für "sonstige Parteien" würden 7 Prozent der Wähler stimmen (-1). Mit zusammen 49 Prozent liegen Grüne und SPD weiter 14 Prozentpunkte vor Union und FDP und hätten so weiter die absolute Mehrheit der Stimmen. Verbessert hat der Atomausstieg immerhin das Image von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU). 38 Prozent der Bürger beurteilen nach einer "Stern"-Umfrage seine Arbeit als gut oder sehr gut. Das sind zwölf Punkte mehr als Mitte März. 42 Prozent bewerten seine Leistung als weniger gut oder schlecht. Im März waren es 51 Prozent. Dass die große Regierungspartei zur Mitte der Legislatur Vertrauen einbüßt, bezeichnete Forsa-Chef Manfred Güllner gegenüber dem Magazin als nicht ungewöhnlich. Historisch neu sei, dass der kleine Partner so wegbreche. Güllner: "Normalerweise kann er enttäuschte Wähler des anderen auffangen. Dieser Austausch findet nicht mehr statt." Dass Kanzlerin Angela Merkel offenbar wenig Rücksicht auf die FDP nehme, nannte der Forsa-Chef einen "schweren strategischen Fehler". Dem "Stern" sagte er weiter: "Die Union muss daran interessiert sein, in der FDP einen starken Partner zu haben. Zu glauben, man habe mit den Grünen doch eine Alternative, wäre leichtfertig und verfrüht." Der Wahlforscher hält es für unwahrscheinlich, dass die vielen enttäuschten Wähler sich nun Rechtspopulisten zuwenden könnten. Güllner: "Die meisten derjenigen, die seit 2009 Union, FDP oder auch der SPD den Rücken gekehrt haben, ordnen sich in der Mitte ein. Die Gefahr ist, dass sie sich generell den Parteien entfremden."

© dts Nachrichtenagentur





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