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Verteidigungsministerin will Bundeswehr familienfreundlich machen

News von LatestNews 1060 Tage zuvor (Redaktion)
Die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will mit tiefgreifenden Reformen die Bundeswehr zu einem familienfreundlichen Unternehmen umbauen. "Mein Ziel ist es, die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland zu machen. Das wichtigste Thema ist dabei die Vereinbarkeit von Dienst und Familie" sagte von der Leyen "Bild am Sonntag".

Die Truppe müsse "Dienst- und Familienzeiten besser aufeinander abstimmen". Denn: "Unsere Soldatinnen und Soldaten lieben ihren Beruf, aber sie möchten auch, dass ihre Ehen halten und sie ein glückliches Familienleben führen." Künftig sollen Soldaten nach dem Willen der Ministerin ganz selbstverständlich Teilzeit und Elternzeit nutzen können: "Wer etwa in der Familienphase die Option einer Drei- oder Viertagewoche nutzt, muss weiter Karriereperspektiven haben. Ich denke auch an Lebensarbeitszeitkonten, auf die Überstunden eingezahlt werden und von denen Freizeiten abgehoben werden können, sei es für die Betreuung von kleinen Kindern oder alter Eltern. Wie wollen wir im Wettbewerb um die besten Köpfe mit den vielen zivilen Arbeitgebern bestehen, wenn Teilzeit und Elternzeit nicht selbstverständlich in der Bundeswehr werden?" Auch die ständigen Versetzungen der Soldaten will Ursula von der Leyen auf das Notwendige begrenzen: "Karriere bei der Bundeswehr darf im Regelfall nicht bedeuten: immer im Dienst und alle paar Jahre ein Umzug." Da die Lebenspartner der Soldaten häufig selbst berufstätig seien, trügen Versetzungen große Spannungen in die Familien. Die Ministerin kündigte an: "Ich werde mir das System der nahezu automatischen Versetzungen alle zwei bis drei Jahre genau ansehen. Wenn jemand eine steile Karriere macht, dann geht das auch in großen Wirtschaftskonzernen nicht ohne häufige Positions- und Ortswechsel. Aber die Frage ist, ob dies für die große Mehrheit der Soldatinnen und Soldaten immer sinnvoll ist. Das müssen wir überprüfen." Als erste Maßnahme plant von der Leyen den Ausbau der Kinderbetreuung in den Kasernen. "Wir brauchen ein flexibles System der Kinderbetreuung rund um die Bundeswehr", so die Ministerin. Ihr Vorschlag: "Wir sollten gerade für die Betreuung in Randzeiten sehr viel stärker mit Tagesmüttern arbeiten. Denn das ist eine besonders flexible Form der Kinderbetreuung und wir haben den großen Vorteil, dass es in vielen Kasernen den Platz dafür gibt. Das gehört zu den ersten Punkten, die ich angehen will."

© dts Nachrichtenagentur





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