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Umweltexperte: CO2-Speicherung ist "Feigenblatt für Klimakiller"

News von LatestNews 2079 Tage zuvor (Redaktion)
Ein mögliches Leck in einem Kohlendioxid-Speicher in Kanada facht die Debatte über die umstrittene Klimaschutz-Technologie auch in Deutschland neu an. Der Umweltverband BUND sieht sich in seiner Ablehnung der so genannten CCS-Technologie bestätigt. Der Fall in Kanada zeige, dass es "vielfältige Risiken" gebe, sagte BUND-Experte Robert Pörschmann der "Frankfurter Rundschau" (Freitagausgabe).

Entweiche CO2 aus den unterirdischen Lagern, könne dies Mensch und Umwelt gefährden. So könne die Qualität von Böden und Trinkwasser beeinträchtigt und Erdbeben ausgelöst werden, so Pörschmann. Zudem sei im Fall des Entweichens der Klimaschutz-Effekt hinfällig. CCS steht für "Abtrennung und Lagerung von CO2". Damit sollen Kohle- und Gaskraftwerke sauber werden, indem das in ihnen entstehende Treibhausgas unterirdisch eingelagert wird. "Die CCS-Technologie ist ein Feigenblatt für Klimakiller", sagte Pörschmann der "Frankfurter Rundschau". In der kanadischen Provinz Saskatchewan gibt es den Verdacht, dass dort seit Jahren CO2 aus einem unterirdischen Lager austritt. Laut einem jetzt vorgelegten Gutachten sind weit überhöhte Konzentrationen des Gases in Böden in der Nähe eines Erdölfeldes gemessen worden. Dort werden seit dem Jahr 2000 große Mengen CO2 verpresst, um einerseits die Fördermengen zu erhöhen und andererseits das Klimagas dauerhaft aus der Atmosphäre fernzuhalten. Erstellt wurde die Studie im Auftrag eines Farmer-Ehepaars, das den Verdacht einer CO2-Leckage hatte, nachdem es unter anderem immer wieder tote Tiere auf dem Grundstück gefunden hatte. Die Behörden und der Ölkonzern, der das Ölfeld betreibt, wollen wolle den Fall nun untersuchen lassen. Sie halten eine Leckage nach früheren Untersuchungen jedoch für unwahrscheinlich. Der BUND-Experte Pörschmann sagte, die kanadische Anlage sei in der Fachwelt international "als sicheres und perfektes Vorzeigeprojekt" für CCS angesehen worden. Daher seien die aktuellen Erkenntnisse "von großer Bedeutung für viele CCS-Vorhaben weltweit", so auch in Deutschland. Dem widersprach der Geologe Michael Kühn vom Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam. Der Fall in Saskatchewan müsse "natürlich genau aufgeklärt werden", sagte er der "Frankfurter Rundschau". Gebe es dort tatsächlich Leckagen, habe das aber nicht automatisch Folgen für die deutschen Projekte, da diese speziell für die langfristige CO2-Einlagerung geplant würden und nicht für die Ölförderung. In dem vom GFZ betreuten Pilotprojekt im brandenburgischen Ketzin, wo seit 2008 testweise rund 45.000 Tonnen CO2 unter die Erde in Sandstein-Schichten verpresst wurden, habe man bisher "sehr gute Erfahrungen" gemacht, sagte Kühn. Der Versuch soll noch bis 2013 laufen. Ein weiterer Test soll in der Altmark in Sachsen-Anhalt stattfinden, wo man ein leergefördertes Gaslager als CO2-Speicher nutzen will.

© dts Nachrichtenagentur





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