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Studie: Nur jeder fünfte traumatisierte Bundeswehrsoldat sucht Hilfe

News von LatestNews 1103 Tage zuvor (Redaktion)

Bundeswehrsoldaten
© über dts Nachrichtenagentur
Die Zahl der Bundeswehrsoldaten, die mit traumatischen Störungen aus Auslandseinsätzen zurückkehren, ist größer als bisher angenommen. Das ergibt nach Informationen der "Welt" die sogenannte Dunkelzifferstudie, die der Bundestag 2009 in Auftrag gegeben hatte. Den abschließenden Ergebnissen zufolge sucht sich demnach nur etwa jeder fünfte Betroffene professionelle Hilfe - aus Schaum oder Angst vor beruflichen Nachteilen.

Fast 20 Prozent der psychischen Krankheiten wie der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) würden überhaupt erkannt und behandelt, heißt es den Angaben zufolge in der Studie, die am Dienstag offiziell vorgestellt wird. Die Bundeswehr biete PTBS-Kranken schon diverse Möglichkeiten der Behandlung an. "Viele Betroffene haben aber Angst vor dem Gang zum Psychiater oder Psychotherapeuten, vielleicht befürchten sie auch negative Folgen für die Karriere", sagte Studienleiter Professor Hans-Ulrich Wittchen von der Technischen Universität Dresden der Zeitung. Die Studie basiert im ersten Teil auf Befragungen von Soldaten, die 2009 in Afghanistan waren. Nach diesen Ergebnissen kehrten rund drei Prozent mit PTBS zurück. Offiziell haben sich mit der Diagnose in diesem Jahr bisher mindestens 1.100 Soldaten behandeln lassen. 126 waren neu erkrankt, die übrigen zum wiederholten Mal in Behandlung. Für den zweiten Teil der Dunkelzifferstudie haben die Forscher 2011/12 erneut Soldaten befragt, sowohl vor aus auch ein Jahr nach dem Afghanistan-Einsatz. Heraus kam, dass zwei Drittel der an PTBS Erkrankten bereits vor dem Auslandseinsatz an psychischen Störungen litten. Studienleiter Wittchen schlägt deswegen vorbeugende Untersuchungen der mentalen Fitness vor. "Eigentlich müsste für jeden Soldaten, der in solche belastenden Einsätze geht, ein ärztliches Beratungs-Prozedere entwickelt und ein individuelles Risikoprofil erstellt werden", sagte der Psychologe der Zeitung. Die Ergebnisse müssten aber strikt vertraulich sein, sie dürften nicht aktenkundig werden. "Jeder Betroffene müsste selbst frei entscheiden können, wie er mit der Diagnose umgeht und welche Schlüsse er daraus zieht."

© dts Nachrichtenagentur





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