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Studie: Nur jeder Dritte mit psychischer Störung erhält eine Behandlung

News von LatestNews 1838 Tage zuvor (Redaktion)
Höchstens ein Drittel der Menschen, die an einer seelischen Störung leiden, wird nach Expertenschätzung auch tatsächlich behandelt. Der Dresdener Psychologieprofessor Hans-Ulrich Wittchen sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", dies gelte auch für Deutschland. Wittchen berief sich auf eine von ihm geleitete Studie, bei der die Häufigkeit psychischer und neurologischer Defekte in den 27 EU-Staaten, der Schweiz, Norwegen und Island erhoben wurde.

Der Untersuchung zufolge wiesen 38 Prozent der Bevölkerung ein entsprechendes Leiden auf. Alleine 61,5 Millionen Menschen in Europa litten an einer Angststörung. Auf weitere 30,3 Millionen treffe die Diagnose Depression zu, wozu Wittchen auch die meisten Fälle des Burn-out-Syndroms zählt. Eine "Modediagnose" wie Burn-out könne Menschen helfen, sich einer seelischen Generalüberholung zu unterziehen. Diesen Blick auf die Burn-out-Debatte teilen laut "Focus" allerdings nicht alle Experten. Der Leipziger Psychiatrieprofessor Ulrich Hegerl lehnt den Begriff ebenso ab wie dessen Vermengung mit Depressionen. Das Wort vom Ausgebranntsein suggeriere, "dass man vorher gebrannt haben muss - und das ist keineswegs immer der Fall", so Hegerl. Ein Großteil der Menschen, die wegen Burn-out eine längere Pause nähmen, leide "de facto schlicht an einer depressiven Erkrankung". Hegerl, der das bundesweite "Kompetenznetz Depression" leitet, befürchtet aufgrund der Vermengung Therapiefehler. So könne der Rat an einen vermeintlich Burn-out-Betroffenen, sich viel Ruhe zu gönnen, falsch sein, wenn es sich in Wirklichkeit um einen Depressiven handele. Denn Menschen mit dieser Krankheit reagierten, "auf mehr Schlaf mit einer Zunahme der Erschöpftheit und mit Stimmungsverschlechterung", sagte Hegerl dem Magazin. Im Gegenteil sei Schlafentzug bei Depressionen "das Mittel der Wahl". Auch von Urlaub rate er dringend ab. Denn die Depression reise gleichsam mit. Oft empfänden Betroffene die eigene Antriebsstörung und die Unfähigkeit zu Freude in der fremden Umgebung als besonders bedrückend und schmerzlich.

© dts Nachrichtenagentur





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