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Speditions-Chef: LKW-Verkehr könnte durch weniger Luft in Verpackungen abnehmen

News von LatestNews 1899 Tage zuvor (Redaktion)

EuroCombi LKW 2008 auf der IAA
© dts Nachrichtenagentur
Rund 20 Prozent des Lkw-Transports in Deutschland ließen sich einsparen, wenn die Industrie die Luft aus den Verpackungen herauslassen würde. "Jeder fünfte Lkw-Transport wäre nicht nötig, wenn Verpackungen optimiert werden", sagte Bernhard Simon, Miteigentümer und Chef der Spedition Dachser, der Tageszeitung "Die Welt". Simon fordert die Industrie auf, Verpackungen zu verändern und spricht mit den Unternehmen darüber.

Dabei geht es um unnütze Umverpackungen oder übergroße Kartons. Dachser ist der größte Transporteur von Stückgut in Deutschland. "Im Transport wird viel zu viel Luft herumgefahren. Güter werden heute noch falsch verpackt. Hier ließen sich viele Tonnen Kohlendioxid und Kraftstoff sparen", sagte Simon in dem Interview. Meist gebe es nur einheitliche Kartongrößen. Das gesamte Transportsystem ließe sich ökologisch stark verbessern. "Es geht um einen Systemwechsel im Denken: Konkurrenten in der Industrie müssten einheitliche Gebinde und Gefäße zum Transport akzeptieren", sagte der Dachser-Chef. Aber aus der Öffentlichkeit komme bei diesem Thema noch zu wenig Druck. Dachser transportiert Waren für fast alle Industriebereiche und bekommt daher Konjunkturentwicklungen frühzeitig mit. Dies ist auch jetzt wieder der Fall. "Es treten schon Bremsspuren auf, irgendwann wird die Entwicklung an den Finanzmärkten die Realwirtschaft treffen", sagte Simon. Von Januar bis März 2011 seien die Transportmengen bei Dachser noch im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Ab Mai sei die Nachfrage nach Transportleistung deutlich zurückgegangen, der Juli sei "sogar erschreckend verhalten" gewesen. "Wenn ich mir heute die Tageswerte anschaue, bin ich nicht gerade optimistisch für den Rest des Jahres", sagte Simon. Bei den Kunden aus der Elektroindustrie, dem Maschinenbau oder der Chemie spüre Dachser bereits, dass die Entwicklung nicht so stark sei wie im Vorjahr. Zudem macht die Bundeswehr dem Transportunternehmen aus Kempten im Allgäu zu schaffen: Weil es immer weniger Soldaten gibt, fehlt der Spedition der Nachwuchs an Berufskraftfahrern, der früher meist vom Bund kam. Dennoch will Dachser das Transportgeschäft auf der Straße in den kommenden Jahren verdoppeln. "Der Fahrermangel ist für uns ein Problem. Es fehlt einfach der Berufsnachwuchs von der Bundeswehr", sagte Simon. Die Speditionsbranche müsse den Beruf attraktiver machen und in Schulen dafür werben. Der Nachwuchsmangel liegt nach der Auffassung nicht an der relativ geringen Bezahlung. "Natürlich gibt es auch in unserer Branche schwarze Schafe unter den Unternehmern. Aber die meisten Fahrer werden anständig bezahlt und kommen je nach Bundesland und Fahrzeugklasse am Berufsanfang auf etwa 1.800 bis 2.300 Euro Monatslohn", sagte Simon der "Welt". Um die steigenden Transportmengen bewältigen zu können, fordert der Dachser-Chef die Zulassung von größeren Lkw auch in Deutschland. "Der lange Lkw ist ein großartiges und intelligentes Mittel, um den Straßentransport effektiver zu machen", sagte Simon. Aber das Thema sei emotional aufgeheizt, Fakten zählten in der Diskussion nicht mehr. Heute seien die 40-Tonner auf den Straßen nicht ausgelastet, sie transportierten weit weniger Gewicht, als sie dürften. "Daher ist ein längerer Lkw sinnvoll, und der muss auch gar nicht mehr Tonnen transportieren. Das würde Sprit und Emissionen sparen", sagte der Dachser-Chef. In Schweden und den Niederlanden ist Dachser bereits mit dem 25-Meter-Lkw unterwegs. Allerdings lässt sich das in Deutschland derzeit nicht durchsetzen. "Auf Landesebene wird eine sehr populistische Politik gemacht. Eigentlich müssten die Grünen dafür sein. Der lange Lkw ist ein absolut typisches Element einer grünen Verkehrspolitik", sagte Simon.

© dts Nachrichtenagentur





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