Anmelden

Benutzername:

Passwort:

Merken

SPD-Chef Gabriel wirft Merkel Versagen in der Energiepolitik vor

News von LatestNews 2033 Tage zuvor (Redaktion)

Sigmar Gabriel
© Deutscher Bundestag / Thomas Imo/photothek, über dts Nachrichtenagentur
SPD-Chef Sigmar Gabriel wirft Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Versagen in der Energiepolitik vor und fordert die Schaffung eines Energiebeauftragten ähnlich der Position des Wehrbeauftragten. "Angela Merkel macht keine Energiepolitik, sondern sie ist eine Gefangene. Gefesselt von der Vielzahl ihrer widersprüchlichen Versprechungen", sagte Gabriel im Gespräch mit dem "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe).

Aus taktischen Gründen habe sie zunächst "eine Rolle rückwärts" gemacht. Und nun plane sie anscheinend schon wieder "die nächste Pirouette", indem alte Atommeiler wieder ans Netz kämen. Nach Sicherheitstests hatte die Bundesregierung am Dienstag ein Aus lediglich für die ältesten deutschen Meiler angedeutet. "Es ist ja irrwitzig, wie eine schwarz-gelbe Bundesregierung mit dem Industrieland Deutschland umgeht", kritisierte Gabriel. Jede Verlässlichkeit und Planungssicherheit sei verloren gegangen. Den von SPD-Kanzler Schröder ausgehandelten Energiekonsens habe die Kanzlerin "mutwillig und ohne Grund zerstört", nur um vier großen Konzernen einen milliardenschweren Gefallen zu tun. Gabriel sprach zugleich allen anderen Parteien energiepolitische Kompetenz ab. "Die Grünen verstehen nicht, dass es grüne Technologien ohne die klassische Industrie nicht erfolgreich geben wird. Und Union und FDP kümmern sich nicht um die Frage, wie wir vor dem Hintergrund steigender Energiepreise die industrielle Produktion in Deutschland langfristig sichern können", sagte der SPD-Parteichef. Die Industrie brauche keine "wolkigen Versprechungen", sondern ein klares Konzept. Konkret schlug Gabriel drei Maßnahmen vor: Erstens müsse ein Bürger-Forum Energie beim Deutschen Bundestag gegründet werden, da das Vertrauen in die Transparenz der Energiepolitik völlig verloren gegangen sei. "Zweitens brauchen wir einen Parlamentsbeauftragten für die Energiewende, der ähnliche Rechte haben muss, wie der heutige Wehrbeauftragte", sagte Gabriel. Drittens sei die Zusammenfassung aller wichtigen Kompetenzen zur Energiepolitik in einem Ministerium in der Bundesregierung erforderlich. "Der Kompetenzstreit der Ministerien muss endlich beendet werden", unterstrich Gabriel. Angela Merkel sei zudem "ein echter Verfassungsrowdy im Umgang mit dem Parlament", sagte Gabriel. Dass CDU/CSU und FDP der Umgehung des Parlaments seit Monaten tatenlos zusähen und alles abnickten, werde immer mehr zu einem "Treibsatz für die Demokratie- und Parlamentsverachtung" in Deutschland. "Damit muss Schluss sein", forderte der SPD-Chef.

© dts Nachrichtenagentur





Wählen : 1 vote Kategorie : Nachrichten

oder registrieren hier.

Anzeige

Anzeige



 

Impressum  •  Copyright 2010 Kledy.de  •  RSS Feeds  •