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Schwesig fordert Anstrengungen für früheren Jobeinstieg von Müttern

News von LatestNews 1056 Tage zuvor (Redaktion)

Mutter mit Kleinkind und Kinderwagen
© über dts Nachrichtenagentur
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) fordert große Anstrengungen von Wirtschaft und Politik, damit mehr Mütter früher in den Job einsteigen können. "Es muss noch mehr passieren", sagte sie dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe). "Wenn Politik und Wirtschaft also Frauen als Arbeitskraft brauchen, dann müssen sie ihnen auch entgegen kommen", sagte sie mit Blick auf Kitas und Ganztagsschulen, aber auch auf die Situation in den Unternehmen.

So gelte Teilzeit in Unternehmen oft als Sackgasse für die Karriere, und die sogenannte Präsenzkultur mit Besprechungs- und Konferenzterminen bis in die späten Abendstunden hinein schrecke viele Mütter ab. "Für eine neue Arbeitskultur kann ich nur werben, sie aber nicht per Gesetz verordnen. Da sind schon auch die Unternehmen in der Pflicht", sagte Schwesig. Sie selbst will ein Rückkehrrecht auf Vollzeitstellen gesetzlich verankern. Im Vergleich zu 2006 sind heute fast eine halbe Million Mütter zusätzlich erwerbstätig. Das zeigt eine Studie, die die Forschungsfirma Prognos für das Familienministerium erstellt hat und die dem "Handelsblatt" vorliegt. Danach ist die Erwerbstätigenquote der Mütter von minderjährigen Kindern von 2006 bis heute von 60 auf 66 Prozent gestiegen. Das freut vor allem die Arbeitgeber: "Wir begrüßen die erfreuliche Entwicklung, die sich insbesondere auch einem stärkeren Engagement der Betriebe verdankt", sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer dem "Handelsblatt". "Deutschland kann es sich in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels nicht leisten, auf die Arbeitskraft gut ausgebildeter Frauen zu verzichten", sagte Kramer. Ihm ist das alles jedoch noch viel zu wenig: "Fast drei Viertel aller erwerbstätigen Mütter arbeiten in Teilzeit, mit oft nur sehr geringem Stundenumfang." Ziel müsse sein, allen Müttern, die dies wollen, "eine vollzeitnahe Beschäftigung zu ermöglichen und längere Erwerbsunterbrechungen weiter zu reduzieren." Dazu müssten aber Kinderbetreuung und Ganztagsschulen weiter ausgebaut und qualitativ verbessert werden. "Da gibt es teilweise noch immer erhebliche Defizite", so Kramer. "Es darf nicht sein, dass Frauen wegen fehlender staatlicher Rahmenbedingungen nicht in dem Umfang arbeiten können, wie sie es wollen." Den Unternehmen rät er ebenso wie die Ministerin: "Familienfreundliche Angebote sind ein hervorragendes Mittel, um gut qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig zu binden."

© dts Nachrichtenagentur





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