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Am 14. Und 15. Dezember 2010 fand in Genf, Schweiz, die dritte Tagung des UN-Forums für Minderheitenfragen statt. Auch die Assyrian Universal Alliance/AUA nahm in ihrer Funktion als Leadership Council der Vertreter assyrischer Gemeinschaften und Organisationen aller Konfessionen weltweit, als Mitglied der „Nicht Repräsentierten Nationen und Völker“/UNPO an der Tagung teil. Während der zweitägigen Sitzung wurde die Organisation von Frau Jennifer Babaie vom AUA-Ausschuss für Internationale Beziehungen repräsentiert. Schwerpunkt ihres Vortrages war die effektive Teilhabe von Minderheiten am wirtschaftlichen Leben.
In ihrer Rede auf der UN-Generalversammlung erläuterte Frau Babaie einführend die Jahrhunderte lange Diskriminierung des assyrischen Volkes. Besonderes Gewicht legten sie auf die jüngsten und anhaltenden Angriffe gegen die assyrischen Christen im Irak. Sie präsentierte politische Lösungen für das Überleben dieser indigenen Bevölkerung, einschließlich der Bildung einer autonomen Region in der Niniveh-Ebene unter der Administration der Zentralregierung des Irak.
Assyrer seien starke Verfechter der Vielfalt als eine Notwendigkeit zur Festigkeit jedes demokratischen Staates und Schlüssel zum Zusammenleben zwischen den verschiedenen Gemeinschaften, sagte die AUA-Vertreterin und verdeutlichte damit die Rolle der Assyrer als Integrationsfaktor im Land.
Sie stellte die derzeitige Lage der Assyrer in der Diaspora und der Vertriebenen im und außerhalb des Landes dar. Laut UN-Hochkommissar für Flüchtlinge seien rund 30% der sich auf der Flucht in die Nachbarländer befindlichen Iraker Assyrer. Dieser Anteil sei aus dem Grund erschreckend hoch, wenn man berücksichtige, dass Assyrer heute nur noch ca. 3-5% der Gesamtbevölkerung des Irak betragen. Die Auswanderung in Staaten wie Amerika und Schweden bedeute letztlich eine vollkommene Auslöschung der indigenen Bevölkerung des Irak.
Besonders zu den wirtschaftlichen Auswirkungen nahm Frau Babaie in ihrer Rede Stellung. Sie wies auf die miserablen Bedingungen der neu gebildeten assyrischen Nachbarschaften innerhalb der Region hin und den unvorhergesehenen Zustrom von Familien in das Gebiet des Nordirak, die jetzt ein oft ignoriertes wirtschaftliches Problem hervorheben: das Fehlen der Entwicklung innerhalb dessen, was viele einst als Kornkammer des Irak kannten. Außer seiner jeweiligen Sicherheit gebe es keine reellen Chancen für das, was einst Profis, Geschäftsleute, öffentliche Arbeiter und Handwerker zu ihrer wirtschaftlichen Lebensgrundlage gemacht hatten. Schulen und gemeinnützigen Organisationen, die für die hohe Zahl von Personen nicht ausgerüstet seien, hätten zu kämpfen, um mitzuhalten.
„Für diejenigen Assyrer, die umgesiedelt sind, fehlen die wirtschaftlichen Chancen noch.“ führte die AUA-Repräsentin Babaie an. „Als eine Minderheit, die Zielscheibe ist, können die Assyrer keine wahre wirtschaftliche Emanzipation erreichen, wenn sie gezwungen werden, weiter verstreut zu leben, da sie keinen wirklichen Einfluss auf die Politik und Gesetze direkt ausüben können.“
Die Lösung zur effektiven Beteiligung der Assyrer in der Wirtschafts-und Entwicklungspolitik sieht Jennifer Barbaie nur in der formellen Anerkennung der Assyrer als indigenes Volk des Irak durch die Mitglieder der internationalen Gemeinschaft sowie in den diesem Status innewohnenden Rechten. Jedes Land mit einer erheblichen Anzahl von Assyrern müsse den Assyrern Unterstützung geben, Impulse für deren Anliegen schaffen und Anerkennung der Erlasse.
Vordringlich seien auch neue Beschäftigungsmöglichkeiten in den Gebieten, in denen die Assyrer ständig leben und eine faire Vertretung in örtlichen Gremien und Regierungsministerien. Aber auch Verpflichtungen zu Reparationszahlungen für die Gruppen, die zur Zielscheibe von Gewalt geworden waren, sowie eine politische Zusammenarbeit, um die Einbeziehung von Minderheiten zu unterstützen, spielten eine wesentliche Rolle.
Außerdem müsse eine Selbstverwaltungszone in der Ninive-Ebene geschaffen werden.
Frau Babaie erhielt für ihre Rede den größten Beifall der Versammlung.
In einer Resolution der UNPO forderten die Versammelten den Irak schließlich zur Änderung der irakischen Verfassung sowie zur Erweiterung der Präambel um den Satz auf: "Die Assyrer sind die Ureinwohner des Irak.". Sie fordern des Weiteren von den Vereinten Nationen und der internationalen Gemeinschaft die Behandlung der assyrischen Flüchtlinge und der vertriebenen Assyrer im Irak in einer fairen und gerechten Weise. Ebenso werden die Regierungen der Islamischen Republik Iran, die Türkei, Syrien, Jordanien, Libanon, Vereinte Nationen und internationale Gemeinschaft auch aufgefordert, die Appelle in dieser Entschließung in Bezug auf die politischen Rechte der Assyrer im Irak ihrerseits zu unterstützen.
ASSYRIAN UNIVERSAL ALLIANCE. GERMANY CHAPTER

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AUA-Germany zur Versammlung vom 23.12.2010.pdf42.05 KB




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