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Ökonomen fordern EU-Aufbauhilfe für Zypern

News von LatestNews 1348 Tage zuvor (Redaktion)

Flagge von Zypern
© Leonid Mamchenkov, Lizenz: dts-news.de/cc-by
Nach Einschätzung von Ökonomen wird Zypern der Aufbau eines neuen Geschäftsmodells für die Zeit nach der Schuldenkrise nur mit Hilfe seiner EU-Partner gelingen. "Bei der Entwicklung von neuen Wirtschaftsstrukturen sollte die Europäische Union mit technischer Hilfe unterstützen", sagte der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, "Handelsblatt-Online". "Hierbei können Steuervorteile durchaus eine Rolle spielen."

Kater unterstrich zugleich, dass nicht nur Zypern ein neues Geschäftsmodell finden müsse, dies sei auch eine Aufgabe für andere krisengeplagte Euro-Mitgliedsländer. "Hier sind Konzepte der Wirtschaftsförderung gefragt, wie sie auch in größeren Volkswirtschaften in den Regionen praktiziert werden", sagte der Ökonom. Der Vorteil unabhängiger Länder sei dabei, dass sie eine Reihe von Angebotsbedingungen wie Bürokratiestandards oder Arbeitsmarktbedingungen unabhängiger setzen können als die Teilregionen eines Staates. Der Berliner Wirtschaftsforscher Christian Dreger regte einen EU-Wachstumsplan für Zypern an. Die Anpassung der Wirtschaft gelinge umso leichter, je stärker das Wachstum im Euro-Raum sei. Dieser Zusammenhang gelte im Übrigen nicht nur für Zypern, sondern auch für andere Krisenländer. "Daher sollten die großen Mitgliedsländer höheres Wachstum fördern", sagte der Forschungsdirektor im Bereich International Economics am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) "Handelsblatt-Online". Obwohl der Staatsbankrott gerade noch einmal abgewendet werden konnte, steht Zypern nach Einschätzung Dregers eine "längere Rezession" bevor. Die Regierung müsse nicht nur sparen und wichtige Steuern erhöhen. Vor allem solle der Bankensektor des Landes verkleinert und allmählich an die Verhältnisse in der Währungsunion angepasst werden. "Die nächsten Jahre werden von einem Prozess der Umstrukturierung begleitet sein, der das Wachstum bremsen und die Arbeitslosigkeit erhöhen dürfte", sagte der DIW-Ökonom. Auch der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, erwartet für Zypern ohne EU-Aufbauhilfe eine lange wirtschaftliche Durststrecke. "Das Rettungspaket hat den Kollaps der zypriotischen Wirtschaft verhindert, nicht aber, dass Zypern vor wirtschaftlich schwierigen Jahren steht", sagte Krämer "Handelsblatt-Online". Das liegt vor allem daran, dass der Bankensektor "völlig überdimensioniert" sei. Sein Anteil am Bruttoinlandsprodukt betrage fast neun Prozent, 1995 seien es nur 4,9 Prozent gewesen. "In den kommenden Quartalen dürfte die Arbeitslosigkeit massiv zunehmen", sagte Krämer.

© dts Nachrichtenagentur





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