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NS-Kriegsverbrechersohn Heydrich sorgt in Tschechien für Aufregung

News von LatestNews 2082 Tage zuvor (Redaktion)
In Tschechien haben Berichte für Aufregung gesorgt, nach denen der Sohn des früheren NS-Kriegsverbrechers Reinhard Heydrich, Heider Heydrich, zur Erhaltung des Schlosses Jungfern-Breschan beitragen wolle, in dem die Familie in der Zeit der nationalsozialistischen Okkupation Böhmens und Mährens gelebt hatte. Der Bürgermeister des Ortes unweit von Prag, Libor Holik, hatte dies im tschechischen Radiosender Radiozurnal erklärt. Er hatte mit Heydrich gesprochen, als der zu einem privaten Besuch in dem Ort war.

Heider Heydrich bezeichnete die Aussagen Holiks als übertrieben. Der Tageszeitung "Die Welt" (Samstagausgabe) sagte er, ihn habe der Zustand des Schlosses zwar genauso betroffen gemacht wie den Bürgermeister. "Aber ich kenne weder die jetzigen Eigentümer, noch gibt es einen Nutzungsplan. Wenn man an mich herantreten würde, könnte ich mir jedoch ein Engagement vorstellen - wenn man das in Tschechien tatsächlich will." Bürgermeister Holik zufolge könnte in dem Schloss ein Museum des Widerstandes errichtet werden. Während es in tschechischen Internetforen überwiegend ablehnende Äußerungen gab, warb beispielsweise der Leiter der Gedenkstätte in Lidice, Milous Cervencl, für die Idee: "Ich hätte mit einem Engagement von Heider Heydrich überhaupt kein Problem. Ich würde das eher als eine Form der Wiedergutmachung, der Entschuldigung für die Verbrechen sehen, die sein Vater zu verantworten hat." Die Familie Heydrich hatte seit 1941 in dem Schloss bei Prag gelebt. Reinhard Heydrich war in dieser Zeit von Hitler zum "stellvertretenden Reichsprotektor" für Böhmen und Mähren ernannt worden. 1942 wurde auf den Organisator des Holocaust von tschechoslowakischen Widerstandskämpfern ein Attentat verübt, in dessen Folge Heydrich Tage später starb. Die Nationalsozialisten rächten den Tod Heydrichs mit Massenverhaftungen und standrechtlichen Erschießungen. Das Dorf Lidice wurde dem Erdboden gleichgemacht. Der heute 76-jährige Heider Heydrich lebte mit seiner Mutter und seinen Geschwistern bis Kriegsende in Jungfern-Breschan. Auf das Gut waren KZ-Häftlinge aus Theresienstadt und Flossenbürg zur Arbeit abkommandiert worden.

© dts Nachrichtenagentur





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