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Mecklenburg-Vorpommern: Chefredakteure rüffeln Ministerin Schwesig

News von LatestNews 2177 Tage zuvor (Redaktion)

SPD-Politikerin Manuela Schwesig
© Deutscher Bundestag/Thomas Koehler/photothek.net, über dts Nachrichtenagentur
Die Chefredakteure der drei großen Regionalzeitungen in Mecklenburg-Vorpommern haben die Medienarbeit von Manuela Schwesig gerügt, der Sozialministerin des Landes und stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in einer Vorabmeldung berichtet, hatte Schwesig Mitte April den Redaktionsleitern der "Ostsee-Zeitung", der "Schweriner Volkszeitung" (SVZ) und des "Nordkuriers" Texte zum Thema Kinderschutz zum Abdruck angeboten, die im Auftrag des Ministeriums von einer Agentur produziert worden waren. Der zweiseitige Brief sei in einem Ton gehalten gewesen, als befänden sich die Zeitungen im Besitz der öffentlichen Hand: "Wir haben uns überlegt, im Land Mecklenburg-Vorpommern einen mehrteiligen Ratgeber `Kinderschutz -ABC` in den führenden Regionalzeitungen zu veröffentlichen."

Auch in puncto Timing machte Schwesig klare Ansagen: "Wünschenswert wäre es, wenn die Artikel über einen Zeitraum von ca. sechs Monaten in regelmäßigen Abständen (ggf. vierzehntägig) erscheinen würden." Wären die Chefredakteure auf das Angebot eingegangen, wäre eines der zentralen Themen der Ministerin bis zur Wahl in allen wichtigen Blättern des Landes gesetzt gewesen. Doch die Blattmacher lehnten ab – mit deutlichen Worten. "Wir sind kein Verlautbarungsorgan des Sozialministeriums", sagt SVZ-Chef Dieter Schulz. Jan Emendörfer, Chefredakteur der "Ostsee-Zeitung" schrieb der Ministerin: "Wir halten es für sinnvoller, selber entsprechende Themen zu beackern. Mit dem Abdruck einer in einem Ministerium erdachten und produzierten Artikelserie kommen wir mit unserem Credo `unabhängig und überparteilich` ins Schlingern." Die Nachhilfe in Sachen Presse- und Informationsfreiheit zeigte Wirkung. Schwesigs Staatssekretär Nikolaus Voss bedauerte gegenüber "Nordkurier"-Chef Michael Seidel den Vorstoß: "Voss sagte mir, er könne die Empörung verstehen. Leider sei er nicht da gewesen, als die unselige Idee geboren wurde, und habe sie deshalb nicht verhindern können." Rüdiger Ewald, Sprecher des Sozialministeriums, bestätigt den Vorgang halbherzig: "Der Staatssekretär hat mit allen Chefredakteuren gesprochen, um den Brief der Ministerin zu begleiten und klarzustellen, dass es sich ausschließlich um einen Ratgeber handelt und nicht um Texte des Ministeriums."

© dts Nachrichtenagentur





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