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Maas erwägt Entflechtung von Google und fordert "Völkerrecht des Netzes"

News von LatestNews 897 Tage zuvor (Redaktion)

Google-Nutzer am Computer
© über dts Nachrichtenagentur
Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) fordert ein "Völkerrecht des Netzes" und erwägt eine Entflechtung des Suchmaschinenkonzerns Google, falls dieser seine marktbeherrschende Stellung missbrauche. "Stellen Sie sich mal ein Energieunternehmen vor, das 95 Prozent des gesamten Marktes abdeckt. Da wären die Kartellbehörden aber ganz schnell auf dem Plan", sagte Maas im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagausgabe).

Auf die Frage, wie oft er selbst dazu beitrage, das Monopol von Google zu nutzen, sagte Maas: "Täglich und exorbitant. Ich bin leider Teil des Problems." Der Vorratsdatenspeicherung gibt der Justizminister kein Chance mehr. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir ohne eine neue Richtlinie der EU in dieser Legislaturperiode ein neues Gesetz vorlegen". Es stelle sich die Frage, ob es nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs "überhaupt noch eine anlasslose Vorratsdatenspeicherung geben kann". Der Justizminister fügte hinzu: "Ich sehe keine Rechtsgrundlage dafür, dass der Staat sämtliche Kommunikation der Menschen ohne irgendeinen Anlass auswertet." Die "generelle, allumfassende Überwachungsmentalität müssen wir auch mal ganz praktisch hinterfragen: Wer soll denn diese riesigen Mengen von Daten überhaupt noch auswerten, wenn alles von jedem gesammelt und gespeichert wird? Das schafft nicht einmal die amerikanische NSA", so Maas im Gespräch mit der Zeitung. Dass angeblich Terroranschläge in Deutschland und Europa mithilfe US-Geheimdienstinformationen verhindert wurden, kommentierte der Justizminister so: "Das darf aber doch nicht dazu führen, dass vermeintliche Sicherheitsinteressen ins Spiel gebracht werden, um jetzt alles zu erlauben." Er fügte hinzu: "Da kann es keinen Freibrief geben." Die europäische Datenschutzgrundverordnung sollte nach Ansicht von Maas "absolute Priorität" haben. Mit nationalen Gesetzen könne in diesem Zusammenhang keine einziges Problem gelöst werden.

© dts Nachrichtenagentur





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