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Das Geschäft mit der Lizenzierung von Bildern boomt. Mit wenigen Klicks können Bilder schnell und kostengünstig bei Internet-Bildagenturen, sog. Stock-Foto-Anbietern erworben werden, um sie dann für Websites oder Printprodukte zu nutzen. Anders als der erste Anschein vermuten lässt, ist die Nutzung eines im Internet lizenzierten Bildes aber nicht uneingeschränkt möglich, denn es wird lediglich ein Nutzungsrecht erworben und kein Eigentum wie bspw. bei dem Kauf einer Sache. Der Umfang des erworbenen Nutzungsrechts bestimmt sich anhand der Lizenzbedingungen der jeweiligen Bildagentur.

Bildquellennachweis
In ihren Lizenzbedingungen legen alle Bildagenturen fest, dass der Verwender einen Bildquellennachweis setzen muss. Diese Regelung entspricht § 13 UrhG, der bestimmt, dass der Urheber ein Recht auf die Benennung der Urheberschaft hat. Wo und wie die Urheberbezeichnung zu erfolgen hat, ist in den Lizenzbedingungen unterschiedlich gestaltet. So sieht die Bezeichnung bei Getty Images (Fotograf/Kollektion/GettyImages) bspw. anders aus, als bei Fotolia (© Fotograf/Fotolia.com). Grundsätzlich sollte der Bildquellennachweis in der Nähe des Fotos angebracht werden. Sollte dies aus Layoutgründen nicht möglich sein, ist es auch anerkannt, den Bildquellennachweis in der Anbieterkennzeichnung (Impressum) einer Internetseite anzubringen. Dann muss aber nachvollziehbar sein, welcher Bildquellennachweis zu welchem Inhalt gehört.

Nutzung auf Social-Media-Plattformen
Da Bildagenturen ihr Geld mit der Lizenzierung von Bildern verdienen, ist üblicherweise auch die Weitergabe des erworbenen Nutzungsrechts, d.h. die sog. Unterlizensierung, ausgeschlossen. Dies hat zur Konsequenz, dass die lizenzierten Fotos nicht auf Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Google+ verwendet werden dürfen, denn für die Nutzung der Bilder auf solchen Plattformen ist es notwendig, den Plattform-Betreibern ein uneingeschränktes Nutzungsrecht an den Fotos einzuräumen. Getty Images, eine der größten Bildagenturen, schließt die Nutzung auf Social-Media-Plattformen sogar explizit in seinen Lizenzbedingungen aus. Zwar hat das Landgericht Berlin im Jahr 2012 festgestellt, dass die relevante Klausel in den Facebook-Nutzungsbedingungen unwirksam ist, dieses Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig (Az.: 16 O 551/10). Es bleibt abzuwarten, was die Berufungsinstanz zu der Rechteübertragungsklausel von Facebook sagen wird. Bis dahin gilt aber auf jeden Fall: Finger weg von Stockfotos im Social-Media Bereich. Dies gilt auch für Thumbnail-Vorschaubilder beim Verlinken von Websites auf Fanpages.

Werbeagenturen
Nicht nur die Nutzung auf Social-Media-Plattformen ist durch das fehlende Recht zur Unterlizenzierung eingeschränkt, sondern auch die Nutzung durch Werbeagenturen in Kundenprojekten. Gerade Werbeagenturen benötigen die Möglichkeit, möglichst frei über einzelne Bilder zu verfügen, um Kundenprojekte sinnvoll bearbeiten zu können. Zwar lassen einige Bildagenturen eine Nutzung von lizenzierten Bildern im Rahmen eines Kundenprojektes stillschweigend zu, allerdings ist das Recht zur Unterlizenzierung in den gängigen Lizenzbedingungen explizit ausgeschlossen. Um sich nicht auf rechtliche Unwägbarkeiten einzulassen, empfiehlt es sich, für jeden Kunden einen eigenen Account bei den Bildagenturen anzulegen und die Nutzungsrechte an den Bildern direkt im Namen des Kunden zu erwerben. Hierdurch steigt zwar der Verwaltungsaufwand innerhalb der Agentur, die Fehlerquote bei der Lizenzierung sinkt aber dramatisch. Spätestens wenn der Kunde bei der eigenen Werbeagentur mit einer Bildabmahnung vorstellig wird und sich dann herausstellt, dass die Agentur bei der Lizenzierung der Bilder für die neue Webseite geschlampt hat, relativiert sich der Aufwand einer ordnungsgemäßen Verwaltung der Bildrechte in der Agentur.

Bearbeitungsrecht
Im Urheberrecht ist das Bearbeitungsrecht in § 23 UrhG normiert. Danach dürfen Bearbeitungen und andere Umgestaltungen des Werkes nur mit Einwilligung des Urhebers des bearbeiteten oder umgestalteten Werkes veröffentlicht oder verwertet werden. Soweit sich die Anbieter in ihren Lizenzbedingungen zu dem Bearbeitungsrecht äußern, ist dieses Recht unterschiedlich ausgestaltet. So gestattet bspw. Fotolia die Bearbeitung von Bildern bereits mit der Standard Lizenz, jedoch nur insoweit, als dass es sich nicht um eine Bearbeitung des Werkes als Stand-Alone-Image-Datei (Punkt 3. (a) der Lizenzbedingungen) handelt. Die Bildagentur iStock erlaubt hingegen nur Bearbeitungen die im Ergebnis ein komplett neues Werk entstehen lassen. Rein oberflächliche Bearbeitungen werden von iStock nicht zugelassen. Da die Lizenzbedingungen der Bildagenturen auch in diesem Punkt erheblich voneinander abweichen, empfiehlt es sich, die Lizenzbedingungen der einzelnen Bildagenturen genau zu prüfen und nicht einfach bei irgendwelchen Anbietern zu lizenzieren. Bestehen danach noch Unklarheiten, sollte die jeweilige Bildagentur kontaktiert und ein spezialisierter Anwalt beratend hinzugezogen werden.

Weitere Besonderheiten
Darüber hinaus ist es dem Nutzer durch die Lizenzbedingungen der Bildagenturen verwehrt, die lizensierten Bilder in einem negativen Zusammenhang oder im Rahmen einer politischen Meinungsäußerung zu nutzen.
Damit sind vor allem die Fälle gemeint, in denen die Bilder
- der Zigaretten- und Tabakwerbung dienen,
- politische Werbung für Parteien unterstützen oder
- im Kontext zu Pornographie oder anderen Obszönitäten stehen.

Auch wenn die Lizenzbedingungen der Bildagenturen oft verwirrend formuliert sind, sollte man sich vor dem konkreten Vertragsabschluss genau über deren Inhalt informieren. Andernfalls könnte die unbedachte Verwendung eines Bildes eine teure Abmahnung nach sich ziehen. Im Falle einer Abmahnung, sollte ein spezialisierter Anwalt konsultiert werden, der sich mit der Abwehr von Bildabmahnungen auskennt. Oftmals sind die Forderungen der Bildagenturen extrem überhöht und können erheblich heruntergehandelt werden.





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