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Linker Flügel der Linkspartei scheitert parteiintern mit Boykott-Plan gegen Massenmedien

News von LatestNews 2050 Tage zuvor (Redaktion)
Eine Initiative von Vertretern des linken Flügels der Linkspartei mit der Überschrift "Fair Play in der Linken", in der dazu aufgerufen wird, die innerparteiliche Diskussion künftig in parteinahen Blättern wie dem "Neuen Deutschland" oder der "Jungen Welt" zu führen und die übrigen Massenmedien zu meiden, ist in der Linkspartei auf massive Kritik gestoßen. Das berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung". Nach dem Willen der Initiative sollen auch so genannte "Medienfouls" auf einer eigenen Internetseite zur Anzeige gebracht werden.

Erster Delinquent auf der Seite ist der frühere Vizevorsitzende der PDS, André Brie, der der Linkspartei kürzlich "Autismus" vorgeworfen hatte. Mitinitiator der Initiative ist der Ex-Büroleiter von Parteichef Oskar Lafontaine, Harald Schindel. Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, sagte der "Mitteldeutschen Zeitung": "Ich verstehe nicht, wie man auf die Idee kommen kann, so genannte Medienfouls zur Anzeige zu bringen. Zumindest wer im Osten sozialisiert ist, weiß, was Beschränkung der Pressefreiheit bedeutet." Jan Korte, Mitglied des Vorstandes der Bundestagsfraktion, erklärte ironisch: "Ich bin dafür, den parteiinternen Dialog nur noch in einem Blatt zu führen. Und das nennen wir dann Prawda." "Prawda" (Wahrheit) hieß die Parteizeitung der sowjetischen Kommunisten. Der Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, Wulf Gallert, nannte es gegenüber dem Blatt "naiv zu glauben, man könne die Dinge auf diese Weise regeln". Ein Beispiel sei der Aufsatz der Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch in der "Jungen Welt" mit dem Titel "Wege zum Kommunismus". Dieser habe bekanntlich eine breite Debatte ausgelöst. Selbst wenn man es wolle, sei die Medienwelt heute viel zu durchlässig, um Auseinandersetzungen derart kanalisieren zu können. Thüringens Linksfraktionschef Bodo Ramelow betonte: "Medienkompetenz ergibt sich nicht aus Maulkörben." Erst vor einer Woche hatte der geschäftsführende Parteivorstand in einer Sondersitzung beschlossen, die innerparteilichen Auseinandersetzungen einzustellen.

© dts Nachrichtenagentur





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