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Krisenbank IKB droht eine Aufspaltung

News von LatestNews 2235 Tage zuvor (Redaktion)
Der Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB könnte ein weiterer radikaler Umbau bevorstehen. Denn der angestrebte Verkauf scheint derzeit nur möglich, wenn die im Jahr 2007 mit Staatsmilliarden gerettete Bank zuvor aufgespaltet wird. "Es ist kein Käufer in Sicht, der sich für die Bank als Ganzes interessiert", sagten mehrere mit den Verkaufsgesprächen vertraute Personen der Tageszeitung "Die Welt".

Mögliche Erwerber dürften vielmehr darauf pochen, dass der jetzige Eigentümer, der Finanzinvestor Lone Star, substanzielle Teile der IKB behält - etwa als problematisch geltende Wertpapierportfolien. Als denkbar gilt sogar, dass lediglich einzelne attraktive Teile wie das Mittelstandsgeschäft aus der IKB herausverkauft werden, die rechtliche Einheit der Bank aber zunächst bei Lone Star verbleibt. Diesen Bereichen würde anschließend die Abwicklung drohen. "Auch diese Variante ist keineswegs auszuschließen", hieß es in Bankenkreisen. Als aussichtsreichster Interessent für einen Kauf gilt dabei weiterhin die französische BNP Paribas. Weder Lone Star noch die IKB wollten sich zu dem Verkaufsverfahren äußern. Wo welche Teile der IKB landen, ist für den Steuerzahler durchaus relevant. Denn über den Rettungsfonds SoFFin haftet der Staat immer noch für Verbindlichkeiten der Bank von knapp neun Milliarden Euro. Für Lone Star, der die IKB von der Staatsbank KfW gekauft hatte, könnte ein Teilverkauf des Mittelstandsfinanzierers durchaus attraktiv sein. Schließlich das Abwickeln von Problemportfolien gilt als Kernkompetenz des Finanzinvestors. Er könnte besser damit fahren, diese Arbeit selbst zu erledigen, statt einem Käufer, dem dies unlieb ist, einen Preisabschlag einzuräumen. Als größter Vorzug der IKB gilt ihre Vernetzung im deutschen Mittelstand. Interessant könnte das gerade für Auslandsbanken sein, die im deutschen Mittelstand wachsen wollen. Als Kandidaten gelten die BNP, aber auch die schwedische SEB. Wobei vor allem das Interesse der Schweden als fraglich gilt - sie sind gerade erst ihr deutsches Privatkundengeschäft losgeworden, deshalb bezweifelt man in der Branche, dass sie sich gleich das nächste Umbauprojekt ans Bein binden wollen. BNP dagegen soll bereits intensiv die Bücher der IKB prüfen. Weder die Franzosen noch die Schweden wollten sich zu einer möglichen Übernahme äußern. Allerdings dürften auch die Franzosen bestimmte Teile der IKB ablehnen. So liegen in einer ausgelagerten Holdinggesellschaft noch Restbestände amerikanischer Ramschhypotheken. Außerdem hat die IKB einen Milliardenbetrag in Anleihen europäischer Krisenstaaten investiert. Doch auch jenseits dieser Portfolien gibt es unbeliebte Bereiche: "Kaum jemand wird unbedingt die als veraltet geltende IT-Infrastruktur und das überdimensionierte Gebäude in Düsseldorf mitkaufen wollen", heißt es im Kreis potenzieller Abnehmer. Noch im zweiten Quartal könnte nach Angaben aus dem Umfeld der Gespräche eine Grundsatzentscheidung über den Verkauf fallen, wobei auch ein Abbruch der Verhandlungen als nicht unwahrscheinlich gilt. Bereits im vergangenen Jahr hatte Lone Star einen ersten Verkaufsversuch wieder gestoppt.

© dts Nachrichtenagentur





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