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Kabelkonzern Unitymedia verkauft Standort in Marburg

News von LatestNews 1960 Tage zuvor (Redaktion)
Deutschlands zweitgrößter Kabelkonzern Unitymedia wird nach der Übernahme von Kabel BW 232 Arbeitsplätze abbauen. Das sind neun Prozent aller Beschäftigten. Neben den Standorten Heidelberg, Kerpen und Bochum ist insbesondere Marburg betroffen.

Wie Unitymedia-Chef Lutz Schüler dem "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe) sagte, werde das Kundenzentrum in der nordhessischen Stadt verkauft. "Marburg ist der einzige Standort, von dem wir uns komplett trennen", sagte der Manager. Die Beschäftigten würden eine zweijährige Gehalts- und Beschäftigungsgarantie sowie eine Prämie von bis zu 15.000 Euro für die Zustimmung zum Betriebsübergang erhalten. In Marburg beschäftigt Unitymedia derzeit 100 Mitarbeiter. Schüler teilte die Entscheidung den Beschäftigten am Dienstag mit. Auch die ehemalige Zentrale von Kabel BW in Heidelberg ist vom Stellenabbau betroffen. "Wir bauen nach der Fusion deutlich weniger als zehn Prozent der Belegschaft ab. Das ist durchaus als Erfolg zu bewerten", sagte Schüler dem "Handelsblatt". "Wir haben uns so flexibel wie möglich gezeigt." Insider gingen bisher von weit mehr Stellenkürzungen aus. Unitymedia beschäftigt insgesamt 2.500 Mitarbeiter bundesweit. Aus der Sicht von Schüler lohnt sich die Übernahme von Kabel BW. "Wir haben ein Wachstum von über zehn Prozent", sagte der frühere Telefónica-Manager. Vor allem die anhaltend hohe Nachfrage nach schnellem Internet und hochauflösendem Fernsehen sorge für steigende Erlöse. "Mit einer Verschlankung der Organisation wollen wir uns das Momentum des Wachstums erhalten." Unitymedia hatte zuletzt Wachstumskurs fortgesetzt. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um zehn Prozent auf 431 Millionen Euro. Der fusionierte Konzern wird von Köln aus mit 500 Mitarbeitern geleitet, betonte Schüler. Dennoch bleibe Heidelberg, die frühere Kabel BW-Zentrale, mit 400 Mitarbeitern ein wichtiger Standort. Der dortige Mietvertrag werde um weitere drei Jahre verlängert. Das Kölner Unternehmen gehört zum Kabelimperium des Medien-Tycoons John Malone. Sein börsennotierter Konzern Liberty Global, Mutter des Kabelnetzbetreibers Unitymedia, durfte den Anbieter Kabel BW übernehmen. Das entschied das Bundeskartellamt im Dezember 2011. Liberty Global zahlte für die Übernahme des Kabelnetzbetreibers 3,16 Milliarden Euro. Für Malone erfüllte sich damit ein lang gehegter Traum. Bereits vor über zehn Jahren wollte er zum Herr über das Kabel in Deutschland aufsteigen. Damals scheiterte er allerdings an den Wettbewerbsbehörden.

© dts Nachrichtenagentur





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