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IG Metall: Zeitarbeit wird sich auf hochqualifizierte Tätigkeiten konzentrieren

News von LatestNews 1650 Tage zuvor (Redaktion)
Die Zeitarbeit wird als Beschäftigungsform für einfachere Arbeit künftig an Bedeutung verlieren. Das erwartet die IG Metall nach ihren jüngsten Tarifabschlüssen in der Zeitarbeitsbranche und der Metall- und Elektroindustrie. "Leiharbeit wird sich mehr auf hochqualifizierte Tätigkeiten konzentrieren", sagte der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe).

Ingenieurleistungen und Projektarbeit, bei denen die Lohnkosten meist nicht entscheidend seien, rückten damit in den Vordergrund. "Die Leiharbeit wird sich wandeln und aus der Schmuddelecke des Billiglohns herauskommen müssen", sagte Hofmann voraus. Die IG Metall hatte mit den Zeitarbeitsverbänden vereinbart, dass Zeitarbeiter bei Einsätzen in Metall-Betrieben künftig Lohnzuschläge von bis zu 50 Prozent erhalten. Der Tariflohn für Hilfsarbeiter steigt damit bei Einsätzen von mehr als neun Monaten Dauer auf 12,88 Euro pro Stunde. Nach einer Umfrage des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall sind bisher die Hälfte der rund 240.000 Zeitarbeiter in der Metall- und Elektroindustrie un- und angelernte Kräfte. 40 Prozent sind Facharbeiter, zehn Prozent sind Meister, Techniker oder Ingenieure. Neben den höheren Lohnkosten werde auch die stärkere Mitsprache der Betriebsräte in der Industrie die Bedeutung der Zeitarbeit verändern, erwartet Hofmann. Im neuen Metall-Tarifvertrag, den Hofmann als Verhandlungsführer durchgesetzt hat, sind unter anderem konkrete Bedingungen definiert, unter denen Betriebsräte dem Einsatz von Zeitarbeitern widersprechen können. Damit sei "ein stumpfes Schwert deutlich geschärft" worden, sagte er. Ihren Kampf für strengere gesetzliche Vorschriften zur Begrenzung der Zeitarbeit gibt die IG Metall trotzdem nicht auf. "Der jetzige Tarifabschluss ist ein erster Schritt", sagte Hofmann. Die Politik sei aber "weiter in der Verantwortung, die Rahmenbedingungen von Leiharbeit grundsätzlich neu zu ordnen". Das Prinzip gleicher Löhne für Zeit- und Stammkräfte müsse gestärkt, der Spielraum für befristete Arbeitsverträge mit Zeitarbeitern eingegrenzt werden.

© dts Nachrichtenagentur





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