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Helmut Schmidt kritisiert Entlassung des "Gorch Fock"-Kommandanten

News von LatestNews 2072 Tage zuvor (Redaktion)
Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt hat die von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) verfügte Entlassung des "Gorch Fock"-Kommandanten Norbert Schatz kritisiert. In der "Zeit", deren Herausgeber Schmidt ist, sagte der Ex-Politiker an die Adresse zu Guttenbergs: "Um einen Rat gebeten, würde ich sagen: Sorge dafür, dass die Vorschriften eingehalten werden. Zu den Regeln gehört beispielsweise auch, dass über niemandem der Stab gebrochen wird, ehe er angehört wurde."

Schmidt fügte hinzu, diese Einschätzung beziehe sich nicht nur auf Schatz, sondern auch "auf die Entlassung des Staatssekretärs Peter Wichert und des Generalinspekteurs Wolfgang Schneiderhan". Wichert und Schneiderhan waren kurz nach dem Amtsantritt von zu Guttenberg Ende 2009 entlassen worden. Schmidt äußerte sich kritisch über die Neuausrichtung der Bundeswehr und die Abschaffung der Wehrpflicht. "Ich halte es jedenfalls für einen Fehler, die Bundeswehr nicht vorwiegend unter Rücksicht auf die Verteidigung des eigenen Landes zu strukturieren, sondern mit Blick auf den Einsatz auf fremden Kontinenten. Es sollte nicht die wichtigste Aufgabe unserer Bundeswehr sein, sich jederzeit abrufbar für fremde Kriege verfügbar zu halten", sagte er. Es sei die Rede davon, die Bundeswehr auf 180.000 Soldaten zu verkleinern, sagte Schmidt und ergänzte: "Für diese Zahl habe ich bisher nirgendwo eine Begründung gefunden. Warum nicht 150.000? Warum nicht 80.000?" Schmidt sagte, die Abschaffung der Wehrpflicht könne "erhebliche, erst langfristig auftretende Folgewirkungen haben". So könne die Professionalisierung der Armee "zu Kastendenken führen". Die Bundeswehr habe ohnehin die Tendenz, zu glauben, "sie sei etwas Besonderes. Und diese Neigung, sich für etwas Besonderes zu halten, wird sich natürlich in einer Berufsarmee noch stärker ausprägen als bisher schon." Schmidt sagte, die Vorstellung einer Armee als eine Art besondere Schicksalsgemeinschaft "wäre lebensgefährlich für unsere Demokratie."

© dts Nachrichtenagentur





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