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Hanf-Samen: Ein Blick in die Zukunft

News von god 1004 Tage zuvor      http://www.faz.net
Während es in den Vereinigten Staaten und in einer wachsenden Anzahl südamerikanischer Staaten immer häufiger zur Legalisierung von Marihuana kommt, fand das Thema hierzulande kaum Beachtung. Angestoßen von eifrigen Polizeibeamten und deren ergebnisorientierten Personenkontrollen, wird im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg derzeit über die Einrichtung eines sogenannten Coffee Shops diskutiert. Angestoßen hatte diesen für Deutschland einzigartigen Versuch, das Betäubungsmittelgesetz zu umgehen und ausnahmeweise legal Cannabis zu verkaufen, die Bezirksbürgermeisterin in Friedrichshain-Kreuzberg: Monika Herrmann. Die Politikerin der Grünen setzt sich bereits seit Jahren für einen offeneren Umgang mit der als weich kategorisierten Droge Marihuana ein.

Nachdem das Bezirksparlament in großer Mehrheit für ein weiteres Vorgehen gestimmt hat, werden nun Anträge an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geprüft. Hierbei werden Beratungsstellen, Experten und aber auch die Anwohner in den Prozess mit eingebunden. Das Projekt am Görlitzer Park sieht vor, die entstandenen Dealer-Strukturen aufzuweichen und die drogenbezogene Kriminalität einzudämmen. Die Fraktion folgt mit dem Versuch der Entkriminalisierung von sogenannten weichen Drogen einem Modell, das in anderen Ländern bereits erfolgreich betrieben wird. So hat beispielsweise Portugal seit Anfang 2001 einen in der Drogenpolitik revolutionären Weg eingeschlagen und den Konsum sowie den Besitz in ausgeschriebenen Mengen jedweder Droge unter Straffreiheit gestellt. Werden die festgelegten Mengen überschritten, droht lediglich eine Ordnungswidrigkeit. Generell wird in Portugal auf die Behandlung von Suchtkranken, die Vermittlung in eine Therapie und nicht auf die Verhaftung von Kleinkonsumenten gesetzt.

Die Grüne Brille anderswo


Eine andere und in Deutschland legale Variante ist der Kauf von Cannabis Samen. Dabei ist wiederrum nur der reine Besitz nicht strafbar – Pflanzen züchten, ernten und anschließend zu konsumieren, bleibt eine Straftat. Ein Geschäft für solche Samen in Hamburg durfte diese Form der Drogenpolitik kennenlernen. Bereits elf Tage nach der Eröffnung wurden die Räumlichkeiten durchsucht und alle Cannabis Samen für die Beweismittelsicherung beschlagnahmt. Auch wenn der Verkauf nicht illegal ist, gehen die Behörden kaum differenziert gegen vermeintliche Dealer vor. Deswegen weichen viele Konsumenten auf anonyme Internetangebote aus. So findet der Handel, auch durch das Unterbinden von Ladengeschäften, munter seinen Weg.
Solche Maßnahmen kann sich der Präsident Uruguays wahrscheinlich nicht mehr im Traum ausmalen. Seit Ende 2013 ist der staatliche Verkauf von Marihuana in dem südamerikanischen Land erlaubt. Dabei ist auch das ein weiterer Vorstoß, den illegalen Markt und dessen Strukturen trocken zu legen. Die Qualität soll unter staatliche Kontrolle gestellt und das Gramm, mit 70 Cent, für jedermann erschwinglich verkauft werden. Bleibt abzuwarten, ob die allgemeine Anzahl der Konsumenten in Uruguay ähnlich wie in Portugal sinkt. Das sind tendenzielle Beispiele einer gelungenen Drogenpolitik und Vorbilder für den Berliner Senat – wäre da nicht der allgemeine Unwille zur Veränderung.




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