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Gesamtmetallchef Kannegiesser warnt IG Metall vor Eskalation des Tarifkonflikts

News von LatestNews 1755 Tage zuvor (Redaktion)

Martin Kannegiesser
© Gesamtmetall, Text: dts Nachrichtenagentur
Gesamtmetallpräsident Martin Kannegiesser hat die IG Metall vor einer Eskalation des Tarifkonflikts gewarnt. "Wir sollten es nicht wegen ein paar Zehntelprozentpunkten auf den großen Krach ankommen lassen", sagte Kannegiesser der Tageszeitung "Die Welt" (Montagsausgabe). "Wir müssen uns jetzt auf unsere klassische Aufgabe konzentrieren, zwischen rechts und links den goldenen Mittelweg zu finden", appellierte der Metallarbeitgeberchef an die Gewerkschaft.

Er hoffe sehr, dass die Diskussion darüber nicht eskaliere, fügte Kannegiesser hinzu. Er erinnerte daran, dass es auch in der Krise gelungen sei, Arbeitsplätze zu sichern und dennoch die Reallöhne leicht zu steigern. "Diese Geschäftsgrundlage jetzt zu vergessen, finde ich ein Stück weit unredlich." Gesamtmetall will nach den Worten Kannegiessers bei den Tarifverhandlungen auch über eine Verlängerung der Arbeitszeit reden. "Wenn uns jetzt die externe Flexibilität durch Zeitarbeit teurer gemacht wird, dann werden wir verlangen, dass die interne Flexibilität entsprechend ausgeweitet wird", sagte Kannegiesser. Noch sei die 35-Stunden-Woche in der Branche - zumindest in Westdeutschland - die Norm. Derzeit dürften nur 18 Prozent der Belegschaft 40 Stunden arbeiten. "Dieser Anteil müsste dann wachsen, damit wir mehr Arbeitsvolumen zur Verfügung haben." Ein Veto-Recht für die Gewerkschaft beim Einsatz von Zeitarbeitern lehnte der Metallarbeitgeber rundweg ab. "Das halten wir für falsch und werden wir nicht mitmachen." Die Behauptung der Gewerkschaft, Zeitarbeit verdränge Stammarbeitskräfte sei "nicht nur Unfug, sondern böswillig". Denn im Beschäftigungsaufbau nach der Krise seien auf einen neuen Arbeitsplatz für Zeitarbeiter vier neue Arbeitsplätze für Stammarbeiter gekommen. Auch die Forderung nach einer unbefristeten Übernahme der Azubis lehnte Kannegiesser entschieden ab. Die Zahl der Lehrstellen würde dadurch sinken, da Unternehmen dann nicht mehr über Bedarf ausbildeten. "Bei dieser Forderung geht es in erster Linie wohl um Mitgliederwerbung der IG Metall unter jungen Leuten", meinte der Gesamtmetallchef. "Das war einst die Methode des Rattenfängers von Hameln, der mit seinen Schalmeienklängen unsere Kinder verführte".

© dts Nachrichtenagentur





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