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Foodwatch-Chef Bode attackiert Politik

News von LatestNews 1955 Tage zuvor (Redaktion)

Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode
© Susanne Schleyer/foodwatch, über dts Nachrichtenagentur
Nach dem Vorwurf an die Investmentbanken, deren Finanzprodukte für Rohstoffbörsen seien mitschuldig an den weltweiten Hungersnöten, attackiert die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch auch die Politik. Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode sagte der "Neuen Presse" aus Hannover, die Rohstoffbörsen seien ein wichtiger Teil des völlig außer Rand und Band geratenen Finanzsektors. "Die Investmentbanken haben schon 2008 die Weltwirtschaft vor die Wand gefahren, die Politik ist hoffnungslos abhängig von der Finanzindustrie, agiert als ihr Dienstleister und macht nichts ohne deren Einverständnis."

Bode fügte hinzu: "Was wir erleben, ist eine Tragödie: Die Steuerungsfähigkeit des Staates ist außer Kraft gesetzt. Ein Staatsversagen, ein Versagen demokratischer Prozesse." Bundeskanzlerin Angela Merkel müsste das Thema zur Chefsache machen. Bode kritisierte in dem Zusammenhang auch Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU). "Im Januar sagte sie noch, dass es nicht sein könne, dass mit Nahrungsmitteln spekuliert wird. Heute ist sie wieder eingeknickt." Als Grund für diesen Rückzieher vermutete Bode, dass die großen Rohstoffexportnationen und die Bauernlobby "durchweg daran interessiert sind, dass die Preise nach oben getrieben werden, weil ihre Erzeugerklientel daran verdient". Wetten auf Lebensmittel an den Börsen sollten nach Ansicht des Verbraucherschützers grundsätzlich verboten werden. "Man kann im Kasino wetten, da schädigt man im schlechtesten Falle nur sich selbst. Aber die Börsen sind kein geschlossenes Kasino." Die Wetten führten zu künstlichen Preissteigerungen, denn Preise würden steigen, obwohl sie nichts mit schlechten Ernten zu tun hätten. Bode sagte: "In den letzten Jahren sind 40 Millionen Menschen neu unter die Hungergrenze aufgrund der Preissteigerungen gefallen. Nach verschiedenen Untersuchungen wurden diese Preissteigerungen zu einem wesentlichen Teil auf Spekulationen zurückgeführt."

© dts Nachrichtenagentur





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