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Experten: Deutschland bei Gaslieferausfällen "sehr verletzlich"

News von LatestNews 1060 Tage zuvor (Redaktion)
Nach Einschätzung von Experten ist Deutschland derzeit für mögliche Gaslieferausfälle aus Russland nicht gewappnet: "Deutschland hat derzeit keine Strategie, wie man auf Lieferausfälle reagieren kann und ist damit sehr verletzlich", sagte die Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, "Handelsblatt-Online". Ähnlich äußerte sich der Geschäftsführer des Außenhandelsverbandes für Mineralöl und Energie (AFME), Rainer Winzenried. Der AFME vertritt die Interessen konzernunabhängiger Energiehändler und -importeure aus den Bereichen Öl, Strom und Gas.

Beim Erdgas gebe es "keine schnelle Lösung, um die Versorgung zu flexibilisieren und zu diversifizieren", sagte Winzenried "Handelsblatt-Online". "Alle nachhaltigen Lösungen bedürfen großer Investitionen, deren Umsetzung viel Zeit erfordert." Nötig seien der Bau von Terminals für verflüssigtes Erdgas (LNG), die Stärkung der heimischen Erdgasförderung, eine Krisenbevorratung nach dem Vorbild des sogenannten Erdölbevorratungsverbandes sowie zusätzliche Pipelines. Das fordert auch DIW-Ökonomin Kemfert. "Wir können russisches Gas nicht ohne weiteres ersetzen", sagte sie. "Wir benötigen eine strategische Gasreserve genau ähnlich der strategischen Ölreserve." Deutschland müsse zudem verstärkt aus anderen Ländern Gas beziehen - wie Norwegen, Algerien oder Katar. Außerdem plädierte Kemfert neben einer beschleunigten Umsetzung der Energiewende auch für den Bau eines Flüssiggasterminals, "damit wir perspektivisch auch Gas aus den USA importieren können". Insofern habe Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) recht, wenn der derzeit zum Import von Erdgas aus Russland keine vernünftige Alternative sehe, sagte Kemfert weiter. Allerdings stimme sie auch Bundeskanzlerin Angela Merkels Lösungsansatz zu. "Frau Merkel hat recht, die Abhängigkeit aus Russland sollte vermindert werden." AFME-Chef Winzenried hält es ebenfalls für angebracht, die Erdgasversorgung auf eine breitere Basis zu stellen und sie zu flexibilisieren. "Am Erdgas selbst sollte aber nicht gerüttelt werden", betonte er. Dieser Energieträger trage erheblich zur Klimaverträglichkeit des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland bei - und die Reserven seien riesig.

© dts Nachrichtenagentur





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