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EU-Kommission plant Frauenquote für Aufsichtsräte

News von LatestNews 1812 Tage zuvor (Redaktion)
Die Europäische Kommission macht Ernst in Sachen Frauenquote. Justizkommissarin Viviane Reding plant für den Herbst eine Richtlinie, welche die 27 EU-Staaten zur Einführung einer gesetzlichen Regelung verpflichtet. Dann wird als bindendes Ziel ausgegeben, dass "40 Prozent aller Aufsichtsräte dem unterrepräsentierten Geschlecht angehören müssen. Dieses Ziel gilt für börsennotierte Unternehmen und muss bis zum 1. Januar 2020 umgesetzt werden", heißt es in dem Entwurf.

Er liegt der in Berlin erscheinenden Sonntagszeitung "Welt am Sonntag" (2. September 2012) vor. Halten sich die Firmen nicht an die Vorgaben, gibt es Strafen: Bußgelder, den Entzug staatlicher Subventionen oder den Ausschluss von öffentlichen Wettbewerben. Wird ein Mann zum Aufsichtsrat berufen, obwohl es eine mindestens genauso qualifizierte Frau für den Posten gegeben hätte, könnte er den Job deshalb wieder verlieren. Welche Sanktionen sie konkret ergreifen, können die Mitgliedstaaten selbst bestimmen. Brüssel will seit Jahren mehr Frauen in Top-Positionen der Industrie und Wirtschaft bringen. Freiwillige Verpflichtungen brachten bisher aber keinen nennenswerten Erfolg. Aus Deutschland kam heftiger Gegenwind, als Reding vor einigen Monaten erstmals mit einer gesetzlichen Regelung drohte. Sowohl Vertreter der Regierungskoalition als auch Unternehmen warnten, dass starre Vorgaben der Wirtschaft mehr schaden als nützen - gerade in Zeiten der Krise. Die EU-Kommissarin trägt den Bedenken mit ihrem Vorschlag Rechnung. So beschränkt sich die Frauenquote auf Aufsichtsräte, Vorstände sind davon nicht betroffen. Und "die Richtlinie gilt nicht für kleine und mittlere Unternehmen, selbst wenn sie börsennotiert sind, da der Verwaltungsaufwand und die zu investierenden Maßnahmen im Verhältnis höher liegen". Während Familienministerin Kristina Schröder (CDU) für eine freiwillige "Flexi-Quote" wirbt, unterstützt Arbeitsministerin Ursula von der Leyen Redings Plan: "Wenn die Länder Europas international wettbewerbsfähig bleiben wollen, dann geht das nicht ohne Frauen an der Spitze. Es ist absurd, dass wir im 21. Jahrhundert noch darüber diskutieren müssen, ob ein gutes Drittel weiblicher Aufsichtsratsmitglieder der Untergang des Abendlandes ist. Ich bin sicher, dass wir über kurz oder lang auch in Deutschland eine Quote haben werden", sagte von der Leyen der "Welt am Sonntag".

© dts Nachrichtenagentur





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