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Er hätte am Sonntag (13. Februar) Geburtstag gehabt. Er hat Millionen Menschen bewegt und begeistert, durch seine Taten erleben jedes Wochenende Millionen Menschen Freude, Glück und auch Schmerz. Er ist der Held des neuen Kinofilms „Der große Traum“ (Start am 24.2.). Wäre er ein Engländer, dann würde ihn wohl jedes Kind kennen und es gäbe Plätze, nach ihm benannte Straßen und Stadien. Die Rede ist von Konrad Koch, einem Lehrer am Martino Katharineum. Er brachte 1874 den Fußball auf den Kontinent, schrieb die ersten Regeln , die aus Rugby erst Fußball machten, veranstaltete in Braunschweig das erste Fußballspiel vor dem heutigen Naturhistorischen Museum, gründete den ersten Fußballverein, brachte das Spiel an die Schulen. Ab dem 12. März wird die unglaubliche Geschichte von Konrad Koch in einer Ausstellung in der Innenstadt erzählt.
Der Historiker Kurt Hoffmeister hat zahlreiche Exponate zusammengetragen, die die Geschichte des Fußballs in der Region von jenem ersten Spiel bis zur Frauen-Weltmeisterschaft lebendig werden lassen. Unterstützt wird er von dem Journalisten Frank Kornath, der Konrad Koch zur WM 2006 bundesweit in die Medien brachte und den seither das Thema nicht mehr los lies. Das Herz der Ausstellung ist im City-Point – rundherum sind bis zum Beginn der Frauen-WM u.a. in Wolfsburg die verschiedensten Aktionen geplant. So werden in der Buchhandlung Graff Autoren neue Fußballbücher vorstellen, die Galerie Jaeschke will die legendären Karikaturen aus dem ZDF-Sportstudio ausstellen, die Firma Ferner baut Audio- und Videostationen, an denen historische Momente des Fußballs zu sehen und zu hören sind.
Sogar die Kunst kommt nicht zu kurz: Noch nie gezeigte Aufnahmen rund um den Fußball von Nina Stiller und Kai Stuht werden zu sehen sein, Requisiten aus dem Film 66/67, aus der Brunsviga-Fußball-Revue und den Eintracht-Musicals im Staatstheater. Direkt von Adidas kommen Exponate über die Entwicklung der Sportschuhe, Bälle und Trikots, von Jägermeister die Original-Outfits der 70er Jahre. Viele Vereine aus Braunschweig und der Region haben in den Archiven gewühlt, allen voran Eintracht Braunschweig, um mit alten Fotos, Chroniken und Wimpeln die einzigartige Geschichte des Fußballs in der Region zum Leben zu erwecken. Schließlich hat Braunschweig nach Konrad Koch auch weiterhin Fußball-Geschichte geschrieben. Zum Beispiel als Gründungsmitglied der Bundesliga, als Meister mit Rekord-Werten, als Heimat des legendären Weltmeisterzuges von 1954, als einzige Mannschaft, bei der ein Spieler durch einen Schiedsrichter K.O. geschlagen wurde und durch den ungeklärten Todesfall eines Spielers, für den die Stasi einen Mordauftrag gegeben hatte. Und natürlich – die Geschichte von Jägermeister-Chef Mast, der in Braunschweig die Trikot-Werbung einführte.
Ganz wie Konrad Koch musste auch der Frauen-Fußball lange um seine Anerkennung kämpfen. Anlässlich der Fußball WM der Frauen, bei der viele Spiele in Wolfsburg als einzige Spielstätte des Nordens live zu erleben sind, zieht sich der Ausstellungsbogen von Konrad Koch bis zur Frauen WM. Eindrucksvoll wird durch Original-Exponate vom DFB die sensationelle Erfolgsgeschichte der Frauen-Nationalmannschaft gezeigt. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann freut sich über die Kombination des Fußball-Urknalls und der erfolgreichen Frauen. „Das ist auf jeden Fall eine Herausforderung, wenn Herr Koch das von oben vielleicht sehen kann. Wenn man bedenkt, dass der DFB noch 1955 im Frauenfußball große Gefahren für Leib und Seele sah und wir heute mehrfache Welt- und Europameister haben.“ Und DFB-Präsident Theo Zwanziger stimmt ein: „Das ist auf jeden Fall eine interessante Sache. Manche Dinge brauchen eben Zeit sich zu entwickelt. Ich wäre aber gespannt, was Konrad Koch zu dieser Entwicklung sagen würde.“
Rund um die Ausstellung bietet Thomas Ostwald Führungen zu den Original-Schauplätzen der deutschen Fußball-Geburt an. Auch er erzählt die wahre Geschichte des Konrad Koch, die im Kino-Film „Der große Traum“ ein wenig verändert dargestellt wird. „Wir wollten ja Unterhaltng machen und keine Dokumentation“, begründet Regisseur Sebastian Gobler. Dass ist dem Team sicher trefflich gelungen. Übrigens: Schon 2003 war ein TV-Team aus Japan in Braunschweig um nach einem Konrad Koch-Platz zu suchen. Den macht jetzt der DFB möglich – und stiftet einen Bolzplatz, der Kochs Namen tragen soll. Die wahre Geschichte des Pioniers ist in der Ausstellung im City-Point (12.3. bis 12.6.) zu sehen, ermöglicht, wie die Gedenktafeln, durch Braunschweiger Unternehmen. Der Eintritt ist frei. „Ich hätte nie gedacht, dass Konrad Koch einmal so viel Aufmerksamkeit erzeugen werde“, gab jetzt auch Oberbürgermeister Gert Hoffmann zu. „Es ist schon beachtlich, was der Mann bis heute bewegt.“




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