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EFSF-Chef Regling: Größerer Rettungsschirm würde Märkte beruhigen

News von LatestNews 1714 Tage zuvor (Redaktion)
Die diskutierte Vergrößerung des Euro-Rettungsschirms (EFSF) könnte nach Einschätzung von dessen Chef Klaus Regling die Finanzmärkte beruhigen. "Die Mehrheit der Marktteilnehmer glaubt nicht an das Ende der Krise und erwartet weitere Herabstufungen von Staaten in diesem Jahr", sagte Regling in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Focus". "Die Märkte würde mehr Geld in der Tat noch weiter beruhigen. Das mag richtig oder falsch sein, aber es ist eine Tatsache: Große Zahlen im Schaufenster schaffen Ruhe."

Politisch sei eine Erweiterung des Rettungsschirms aber schwer durchzusetzen, sagte Regling. "In der jetzigen, eher entspannten Lage ist der Bedarf für mehr Geld schwierig nachzuweisen. Es ist aber auch wichtig zu akzeptieren, dass die Märkte nun einmal eine andere Sicht der Dinge haben." In den vergangenen Monaten habe Europa Vertrauen zurückgewonnen. Seit Mitte November des vergangenen Jahres seien die Zinsen um ein Drittel gesunken. Diese Entwicklung in nur vier Monaten zeige, dass in dieser Zeit das Richtige passiert sei. Zur Kritik aus Deutschland sagte der deutsche EFSF-Chef: "Die Rettungsoperationen haben bisher keinen Euro deutsches Steuergeld gekostet. Die Ansicht, das Geld sei weg und käme nie wieder, ist falsch. Es handelt sich ausnahmslos um Kredite, die zurückgezahlt werden müssen." Auch das Bild, die Mittel flössen in ein Fass ohne Boden, sei falsch. "Es gibt keine Geschenke und keine permanenten Finanztransfers. Im Gegenteil: Deutschland hat von der Krise profitiert, weil besonders viel Kapital in die Bundesrepublik fließt." Das drücke die Zinsen. Laut Forschungsinstituten zahle Deutschland wegen der Krise etwa 15 Milliarden Euro weniger an Zinsen, sagte Regling "Focus". "Das günstige Zinsniveau kommt übrigens auch den Bürgern zu Gute, die eine Immobilie finanzieren." Entschieden wandte sich Regling gegen den Vorwurf, Griechenland könne sich ohne Austritt aus dem Euro nicht mehr von seinen finanziellen und wirtschaftlichen Problemen befreien: "Wenn die Preissignale stimmen, dann kommt auch etwas in Gang. Griechenland hat bereits ein kleines Stück Wettbewerbsfähigkeit zurückgewonnen, auch wenn das bei weitem noch nicht ausreicht", sagte Regling. "Diese Krise macht eines klar: In diesen Ländern, in denen so viele Jahre so viel schief gelaufen ist, müssen die Realeinkommen sinken. Anderswo können Reformer durch eine Abwertung auch mal eine höhere Inflation in Kauf nehmen. In einer Währungsunion geht es dagegen nur durch direkte Kürzung von Einkommen."

© dts Nachrichtenagentur





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