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DIW-Experte: Instrumente zur EFSF-Hebelung gefährden Deutschlands Top-Bonität

News von LatestNews 1870 Tage zuvor (Redaktion)
Der Inhaber des Lehrstuhls für Makroökonomik an der Universität Duisburg-Essen und Forschungsdirektor Internationale Makroökonomie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Ansgar Belke, sieht in den neuen Instrumenten zur Hebelung des Euro-Rettungsschirms EFSF eine Gefahr für Deutschlands Top-Bonität. Mit den auf dem jüngsten EU-Gipfel beschlossenen Modellen steige das Verlustrisiko trotz gleich bleibendem Haftungsanteils Deutschlands durch die Hebelwirkung, sagte er im Interview mit "Handelsblatt-Online". "Denn die Hebelung dient ja letztlich dem Zweck, mit dem bestehenden Kapital- und Bürgschaftsrahmen ein Mehrfaches an Nominalvolumen absichern zu können. Damit geht aber auch einher, dass das damit zu übernehmende Risiko für die Garantiegeber vervielfacht wird", sagte Belke.

"Das würde den Risikogehalt der jetzt zur Abstimmung stehenden erhöhten deutschen Beteiligung am EFSF massiv erhöhen und kann letztlich die Bonität Deutschlands und die Feuerkraft sowie Existenz der EFSF insgesamt gefährden." Belke warnte, je mehr der EFSF ausgedehnt werde, desto größer sei das Risiko für die Länder, die für den EFSF garantieren. "Die auf den ersten Blick so charmante und harmlos verklausulierte Idee der EFSF-Hebelung läuft damit den Interessen Deutschlands und der Stabilisierung der Euro-Zone zuwider", sagte der Ökonom und fügte hinzu: "Der Hilfsfonds wäre außerdem ein Endlager für riskante Anleihen." Denn während private Investoren bei einer möglichen Staatspleite immer einen Teil ihres Geldes zurückerhielten, würden die Bürger immer zur Kasse gebeten. "Die Gefahr dabei ist, dass die Anleihen hoch verschuldeter Staaten durch die EFSF-Absicherung attraktiver werden", gab Belke zu bedenken. Das helfe zwar kurzfristig. Auf lange Sicht weckt es aber Begehrlichkeiten. "Die klammen Euro-Staaten werden Druck aufbauen, diese Einrichtung zur Dauerlösung zu machen", so Belke. "Der Hebel droht, zum Einstieg in die endgültige Vergemeinschaftung der Staatsschulden in Europa zu werden."

© dts Nachrichtenagentur





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