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BUND fürchtet Folgen der Blaualgenentwicklung in deutschen Seen

News von LatestNews 976 Tage zuvor (Redaktion)

Wasser
© über dts Nachrichtenagentur
Die Naturschutzorganisation BUND zeigt sich besorgt über die rapide Blaualgenentwicklung in deutschen Seen im Sommer 2018. Die langanhaltend heißen Temperaturen und die hohen Nährstoffeinträge - besonders aus der industriellen Landwirtschaft - hätten in diesem Jahr für sehr gute Wachstumsbedingungen bei Blaualgen gesorgt, sagte BUND-Gewässerexpertin Laura von Vittorelli am Montag. "Wir beobachten diese Entwicklung mit Besorgnis, denn Blaualgen - oder genauer Cyanobakterien - stellen eine nicht unerhebliche Gesundheitsgefahr für Menschen dar." Weiterhin seien Blaualgen "ein deutliches Zeichen, dass unsere Gewässer in einem ökologisch kritischen Zustand" seien, so Vittorelli.

Neben Menschen litten die Gewässer selbst unter dem erhöhten Blaualgenbefall. "Gesamte Ökosysteme sind aufgrund der hohen Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft gefährdet", sagte die BUND-Expertin. Beim Prozess des Absterbens der Blaualgen komme es zu einer Sauerstoffarmut, erklärte Vittorelli. Aus diesem Grund fordere der BUND zum Schutz von Flüssen, Seen und Meeren, den Nährstoffeintrag in der Landwirtschaft zu reduzieren. "Wir brauchen eine Abkehr von der industriellen Landwirtschaft. Dazu gehört die Bindung der Tierhaltung an die Fläche, um den übermäßigen Nitrateintrag aus der Landwirtschaft in unsere Gewässer zu reduzieren." Die Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass die EU-Wasserrahmenrichtlinie und die EU-Nitratrichtlinie konsequent umgesetzt werde, sagte die BUND-Expertin. "Da dieser Sommer wohl ein Vorgeschmack auf kommende Hitzeperioden sein wird, ist ein schnelles und umfangreiches Handeln aller Beteiligten erforderlich damit massenhaftes Fischsterben nicht zur Normalität wird", so Vittorelli. Im Sommer 2018 wurden laut BUND 33 Badestellen zeitweise aufgrund von Blaualgen-Toxinen gesperrt, darunter der Aasee in Münster und die Alster in Hamburg. Bei weiteren 92 Badestellen wurden Warnungen ausgesprochen. Im vergangenen Jahr waren es nur drei Badeverbote wegen Blaualgen.

© dts Nachrichtenagentur



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