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Bilfinger-Berger-Chef Bodner fordert Schutz vor feindlichen Übernahmen

News von LatestNews 2077 Tage zuvor (Redaktion)

Bilfinger-Berger-Chef Herbert Bodner
© Bilfinger Berger, über dts Nachrichtenagentur
Der Chef von Bilfinger Berger, Herbert Bodner, fordert von der Bundesregierung, zum Schutz vor feindlichen Übernahmen bestehende Hemmnisse für die Beteiligung von Beschäftigten an ihrem Unternehmen aus dem Weg räumen. "Wir brauchen eine andere Aktienkultur", verlangt der Manager mit Blick auch auf die jüngsten Erfahrungen im Falle Hochtief/ACS im Interview mit der "Frankfurter Rundschau" (Samstagausgabe). "Beschäftigte haben eine besonders hohe Bindung an ihr Unternehmen und das geringste Interesse, dass es zerschlagen oder verramscht wird."

In deutschen Unternehmen, so Bodner in der "Frankfurter Rundschau", lägen im Unterschied etwa zu Großbritannien und den USA relativ wenige Aktien in der Hand heimischer Anteilseigner. Mit einer stärkeren Beteiligung der Belegschaft ließe sich dies ändern. Bislang scheitere dies aber daran, dass die Arbeitnehmer den Aktienbesitz sofort nach dem Erwerb auch versteuern müssten. Das könnten viele oft finanziell nicht stemmen. Dies führe nicht selten dazu, "dass Mitarbeiter die Aktien nicht langfristig halten", gibt Bodner zu bedenken. Er plädiert daher für eine "nachgelagerte Besteuerung", so dass die Beschäftigten ihre Anteile erst dann versteuern müssten, wenn sie sie verkaufen. Eine Änderung des Übernahmerechts hält der Manager laut FR gleichwohl für unerlässlich. "Wir dürfen doch nicht zulassen, dass Deutschland ein Eldorado für feindliche Übernahmen wird." Derzeit herrschten keinesfalls gleiche Bedingungen in Europa. Spanien zum Beispiel schotte seinen Markt völlig ab, "während Deutschland oder die skandinavischen Länder die Türen offen halten", erklärt Bodner, der auch Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie ist. ACS habe im Falle Hochtief nicht illegal gehandelt, sondern gesetzliche Lücken genutzt, um mit einem unattraktiven Angebot "gerade mal so die 30-Prozent-Marke zu überschreiten". Nun könne ACS bei günstiger Gelegenheit weiter zukaufen. "Ein solches Hochschleichen ist in anderen europäischen Ländern nicht so einfach möglich." Dort seien Hürden eingebaut, und der Käufer müsse Pflichtangebote unterbreiten, um weiter vorpreschen zu können. Der Bundesregierung wirft Bodner in diesem Zusammenhang Tatenlosigkeit vor. "Vielleicht bedarf es eines weiteren Falls wie Hochtief, um die Willensbildung zu beschleunigen."

© dts Nachrichtenagentur





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