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Bericht: Verfassungsschützer waren 2006 dicht am NSU-Versteck

News von LatestNews 1581 Tage zuvor (Redaktion)
Das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) kam der rechtsextremen Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) offenbar näher als bislang bekannt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Sonntag vorab. Womöglich hätte der Geheimdienst bereits Ende 2006 das Versteck der Neonazis Uwe B., Uwe M. und Beate Z. finden können.

Laut LfV-Akten ermittelten Verfassungsschützer damals in der Zwickauer Neonazi-Szene und observierten dabei auch vier Tage lang den mutmaßlichen NSU-Helfer André E., der sich demnächst vor dem Oberlandesgericht München wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung sowie Beihilfe zum Raub und versuchtem Mord verantworten muss. Just während der LfV-Observation, die vom 5. bis zum 8. Dezember 2006 unter der Tarnbezeichnung "Grubenlampe" lief, kam es in der Wohnung über dem Versteck des NSU-Trios zu einem Wasserschaden. Vier Zeugen, so steht es in der Anklageschrift der Bundesanwaltschaft, hätten an diesem Tag Beate Z. – die unter falschem Namen im Erdgeschoss wohnte – gemeinsam mit André E. bei Aufräumarbeiten im Haus gesehen. Auch André E. selbst, der einen Monat später wegen des Wasserschadens von der Zwickauer Polizei als Zeuge vernommen wurde, gab damals an, am fraglichen Tag in dem Haus gewesen zu sein – in der Wohnung eines Bekannten. Im Observationsprotokoll des Verfassungsschutzes dagegen wird der Besuch E.s bei Z. nicht erwähnt. Unklar ist, ob die Verfassungsschützer bei ihrer Observation schlicht schlampten oder aber André E. zur fraglichen Zeit tatsächlich nicht bei den Aufräumarbeiten anwesend war. Letzterenfalls handelte es sich bei dem Mann, den die vier Zeugen beobachteten, möglicherweise um B. oder M.; E. könnte in diesem Fall versucht haben, das Trio durch seine Aussage bei der Polizei zu schützen. Zu der Vernehmung war er seinerzeit in Begleitung einer Frau erschienen, die sich als seine Ehefrau ausgab. Heute gehen die Ermittler jedoch davon aus, dass es sich bei der Begleiterin um Beate Z. handelte.

© dts Nachrichtenagentur





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