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Bericht: Jedes zweite neue Medikament hat keinen Zusatznutzen

News von LatestNews 1404 Tage zuvor (Redaktion)

Tabletten
© über dts Nachrichtenagentur
Viele neue Medikamente sind nicht besser als die alten, einige sind sogar schlechter. Das ergibt eine Auswertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln, die der "Welt" vorliegt. In den vergangenen zwei Jahren hat das Institut 48 neue Medikamente auf ihren Zusatznutzen hin geprüft - 26 Medikamente und damit mehr als die Hälfte fiel dabei durch.

In drei Fällen wurde innerhalb einer Patientengruppe sogar ein geringerer Nutzen festgestellt, das heißt, der neue Wirkstoff hatte mehr Nachteile als Vorteile zu den bisher verfügbaren Therapien. "Für 22 Medikamente haben wir feststellen können, dass sie wirklich besser sind als herkömmliche Mittel", sagte IQWiG-Chef Jürgen Windeler der "Welt". Drei davon waren sogar erheblich besser, elf immerhin noch beträchtlich. Bewertet wurden neue Arzneimittel gegen Krebs, Diabetes, Epilepsie, Multiple Sklerose und andere schwere Krankheiten. Seit Einführung des Arzneimittelneuordnungsgesetzes (AMNOG) vor zwei Jahren müssen Pharmahersteller für neue Medikamente einen Zusatznutzen nachweisen. Nur bei Arzneimitteln mit erwiesenem Zusatznutzen verhandeln dann der Spitzenverband der Krankenkassen mit dem Hersteller einen Preis für das neue Medikament. Arzneimittel ohne erwiesenen Zusatznutzen, die lediglich bestehende Medikamente imitieren, werden in die Preisgruppe der vergleichbaren Medikamente einsortiert. IQWIG-Chef Windeler zog eine positive Bilanz nach zwei Jahren früher Nutzenbewertung. "Das AMNOG hat sich bewährt, auch wenn die erhofften Milliardeneinsparungen bislang noch nicht eingetreten sind." Doch mit der frühen Nutzenbewertung sei es gelungen, so Windeler, zumindest bei den neu zugelassenen Medikamenten Scheininnovationen herauszufiltern und die "Spreu vom Weizen zu trennen". Der IQWiG-Chef forderte, die frühe Nutzenbewertung künftig auch auf Medizinprodukte wie Herzschrittmacher, Implantate oder Prothesen auszudehnen. "Es ist überhaupt nicht zu begründen, warum Arzneimittel anders und strenger behandelt werden als Medizinprodukte, die ja den gleichen Zweck verfolgen wie Medikamente", sagte Windeler. Für Medizinprodukte sei dies sogar noch wichtiger als für Arzneimittel, weil es für sie kein Zulassungsverfahren gebe. Medizinprodukte werden lediglich "zertifiziert", von privaten Organisationen wie dem TÜV. Wenn sie technisch funktionieren, dürfen sie auf den Markt. "Ob sie den Patienten auch helfen, wird nicht bewertet", kritisierte Windeler.

© dts Nachrichtenagentur





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