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Bericht: Deutsche Banken spielen Griechenland-Pleite durch

News von LatestNews 1891 Tage zuvor (Redaktion)

Frankfurter Bankenhochhäuser
© Moritz Sirowatka, Lizenz: dts-news.de/cc-by
Die deutschen Banken bereiten sich detailliert auf eine potenzielle Pleite Griechenlands und den Austritt des Landes aus dem Euro vor. Schon seit Monaten beschäftige sich die Kreditwirtschaft mit diesem möglichen Fall vor, berichten Berater, die die Banken dabei begleiten, der Tageszeitung "Die Welt" (13. August). Viele seien gut vorbereitet, doch einzelne Häuser hingen bedenklich hinterher.

"Die großen Banken haben alle längst ihre Hausaufgaben gemacht", sagt Bernd Richter, Partner und Bankenexperte bei der Beratungsfirma Capco. Das heißt: In ihren Schubladen liegen schon detaillierte Pläne, was im Fall der Fälle zu tun wäre. Auch Daniel Kapffer, Partnter bei Accenture, sieht die deutsche Kreditwirtschaft insgesamt auf einem guten Weg. "Aber es gibt auch Häuser, die sich darauf verlassen, dass ein Griechenland-Austritt politisch nicht opportun ist und deshalb nicht kommen wird." Seit Wochen wird selbst auf den höchsten Ebenen der Politik offen darüber diskutiert, ob Griechenland in der Euro-Zone verbleiben kann. In den Chefetagen der Banken macht man sich jedoch schon weit länger Gedanken über einen möglichen Austritt des Landes. "Die ersten Institute haben schon vor 12 oder 18 Monaten angefangen, sich ernsthaft Gedanken über dieses Szenario zu machen", sagt Capco-Berater Richter. "Wer seine Hausaufgaben gemacht hat, für den ist der Austritt technisch auf alle Fälle machbar", sagt Richter. Während das für die führenden Adressen aus seiner Sicht zutrifft, sieht es bei kleinen und mittelgroßen Häusern oft anders aus. "Banken der zweiten und dritten Reihe haben häufig noch keine detaillierten Vorbereitungen für einen Griechenland-Austritt getroffen", warnt Richter. Diese Institute seien vielfach damit ausgelastet, neue regulatorische Anforderungen wie den Eigenkapitalstandard Basel III umzusetzen. "Da bleibt einfach keine Kapazität für ein weiteres Großprojekt, deshalb wird das Griechenland-Thema oft aufgeschoben." Das Risikomanagement beschränke sich oft schlicht auf das, was die Aufsicht zwingend vorschreiben, ergänzt Kapffer. Den deutsche Banken kommt immerhin zugute, dass sie ihr Griechenland-Engagement von einst mehr als 30 Milliarden Euro bereits erheblich reduziert haben. Das lässt Experten hoffen, dass ein Euro-Exit des Lands hierzulande keine Katastrophe auslösen würde. "Ich habe noch keine Bank angetroffen, deren Existenz in einem solchen Szenario gefährdet wäre", sagt Richter. "Jedoch würde es Banken, die sich nicht vorbereiten, wirtschaftlich mitunter schmerzhaft treffen als auch ihre Reputation angreifen." Dass es nicht schlimmer kommt, setzt allerdings voraus, dass das Euro-Aus in Griechenland ein Einzelfall bleibt. "Das größte Risiko ist eine Infektion weiterer Euro-Staaten", sagt Accenture-Berater Kapffer. Sollten auch andere Mitglieder der Währungsunion wackeln, würden die Karten wieder neu gemischt. "Bei einem Extremszenario, wenn also mehrere Länder zugleich den Euro verlassen sollten ist der resultierende Umstellungsaufwand um ein vielfaches größer und sehr viel komplizierter", sagt Richter. "Dies würde die Kapazität vieler Banken in ganz Europa übersteigen." Die Banken selbst äußern sich allenfalls sehr zurückhaltend zu den Vorbereitungen auf einen Griechenland-Austritt. "Kein Kommentar", heißt es bei der Deutschen Bank. Man fühle sich ausreichend vorbereitet, lautet die Antwort der Commerzbank, aber Details nenne man nicht.

© dts Nachrichtenagentur





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