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Bericht: 4,5 Millionen Mindestlohnbezieher im Jahr 2015

News von LatestNews 887 Tage zuvor (Redaktion)

Euroscheine
© über dts Nachrichtenagentur
Rund 4,5 Millionen Arbeitnehmer - ohne Praktikanten und Auszubildende - werden im kommenden Jahr den Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro beziehen. Dies geht aus neuen Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) hervor, wie "Welt" berichtet. Die Zahlen zeigen demnach auch, wie schwierig die praktische Anwendung der gesetzlichen Lohnuntergrenze wird.

So fallen laut DIW bei 700.000 Mindestlohn-Berechtigten schon jetzt unbezahlte Mehrarbeit an. Zudem gibt es etwa eine Million künftige Mindestlohnempfänger, die überhaupt keine Arbeitszeitregelung haben. "Das Problem der Kontrolle ist überhaupt nicht gelöst", sagte DIW-Forscher Karl Brenke. Auch Betriebsräte seien häufig nicht in der Lage zu kontrollieren, ob das Einkommen von Geringverdienern künftig nicht durch unbezahlte Mehrarbeit inoffiziell gedrückt wird. Denn von den Geringverdienern arbeitet laut "Welt" nur ein Drittel in einem Unternehmen, in dem es einen Betriebsrat gibt. "Der Betriebsrat als natürliche Kontrollinstanz fällt also weitgehend weg", sagte Brenke. Insgesamt sind Geringverdiener laut DIW nicht unzufrieden mit ihren Jobs. Befragt nach der Zufriedenheit mit ihrer Arbeit sind Beschäftigte mit einem Einkommen unter 8,50 Euro je Stunde genauso glücklich mit ihrer Arbeit wie Arbeitnehmer mit einem höheren Einkommen. Hinsichtlich ihres persönlichen Einkommens sind sie zwar im Schnitt unzufriedener, aber nur ein kleiner Anteil ist sehr unzufrieden. Auf einer Skala von 0 (sehr unzufrieden) bis 10 (sehr zufrieden) geben Einkommensbezieher mit einem Verdienst von unter 8,50 Euro im Schnitt eine 5,34 an. Besserverdienende geben kommen auf einen Wert von 6,67. Bei der Zufriedenheit mit dem Job kommen beide Einkommensgruppen etwa auf eine 7,0. "Mir scheint, dass bei den Forderungen nach Mindestlöhnen einmal mehr auch ein fürsorgliches Helfersyndrom bei der Politik zum Vorschein kommt", sagte Brenke.

© dts Nachrichtenagentur





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