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Das Glücksspiel im Internet hat Hochkonjunktur. In den letzten Jahren haben immer mehr Anbieter neue Spieler angezogen und locken mit attraktiven Jackpots und einer großen Spieleauswahl. Wer sich neu anmeldet darf sich zudem meist über hohe Boni freuen, was das Zockerherz natürlich direkt höherschlagen lässt.

Allerdings gab es lange Zeit ein Problem mit Online-Casinos, Sportwettenanbietern & Co – die rechtliche Lage war nicht abschließend geklärt. In Deutschland sperrten sich 15 von 16 Bundesländern gegen die Legalisierung des digitalen Glücksspiels. Nur Schleswig-Holstein ging einen Sonderweg und sorgte für eine rechtliche Grauzone.

Aber jetzt ist Schluss damit: Die Bundesländer haben sich auf den Glücksspielstaatsvertrag 2021 geeinigt, der das Glücksspiel im Internet ein für alle Mal regulieren soll. Legale Casinos müssen sich an die Regeln halten, damit sie ihren Betrieb weiter aufrecht halten dürfen. Doch was ändert sich mit dem neuen Gesetz eigentlich? Wir schauen uns den neuen Glücksspielstaatsvertrag 2021 im Folgenden nochmal genauer an!


Quelle: https://unsplash.com/photos/pvIVPYGM16o

Ein langer Weg bis zum Glücksspielstaatsvertrag 2021

Der Glücksspielstaatsvertrag ist zwar eine Novellierung, allerdings handelt es sich nicht um ein komplett neues Gesetz. In den Jahren 2008 und 2012 wurden bereits Vorgängerversionen verabschiedet. Eine einheitliche Linie fahren die Bundesländer aber erst seit Anfang 2020 als der Neuentwurf des Glücksspielstaatsvertrages offiziell verabschiedet wurden.

Damit begann für die Anbieter von Casinos ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die Websites müssen technisch auf einen neuen Stand gebracht werden. Es gibt zahlreiche Funktionen, die insbesondere dem Spielerschutz dienen und in Online-Casinos implementiert werden müssen, damit diese in Zukunft regelkonform betrieben werden können.

Der ohnehin schon lange Weg des Glücksspielstaatsvertrages wurde damit nochmal um ein weiteres Jahr verlängert. Genauer gesagt bis zum 01.07.2021. Seitdem muss alles umgesetzt sein. Schon seit dem 15.10.2020 gab es eine sogenannte Übergangsfrist, in der noch nicht kontrolliert wurde. Wer jetzt aber noch nicht die geforderten Neuerungen umgesetzt hat, riskiert Bußgelder oder gar ein Wettbewerbsverbot.

Die Änderungen auf einen Blick: So läuft das Online-Glücksspiel ab jetzt!

Nahezu alle Änderungen des Glücksspielstaatsvertrages 2021 zielen darauf ab, die Möglichkeiten von Online-Casino einzuschränken und die Spieler besser davor zu schützen, ihr Geld zu schnell und zu leichtfertig zu verzocken.

Das Bekämpfen einer möglichen Spielsucht ist natürlich löblich. Allerdings geht dies stark zu Lasten der unproblematischen Spieler, die sich eingeschränkt fühlen könnten, weil für sie die Online-Casino schlichtweg Unterhaltung darstellen. Hier hat man versucht, so gut es geht Kompromisse zu finden. Wir werfen einen Blick auf die neuen Regelungen im Detail.

Einschränkungen des Spielangebotes: Wer ein Fan von Live-Spielen mit echtem Croupier war, muss sich davon verabschieden. Blackjack, Poker, Baccarat & Co gibt es nur noch im realen Casino. Auch das Angebot an Live-Sportwetten soll begrenzt oder komplett eingestellt werden. Die Begründung: Es verleitet angeblich noch stärker zum Zocken!

Einzahlungs- und Einsatzlimits: Mehr als 1000€ pro Monat dürfen Spieler nicht mehr einzahlen. Dabei ist es egal, ob sie es sich wirtschaftlich leisten können oder nicht. Zudem werden die Einsätze auf 1€ pro Spiel (z.B. ein Dreh an der Slot-Maschine) begrenz. Dadurch soll verhindert werden, dass Spieler zu schnell zu viel Geld setzen.

Sperrdatei & Verbot von Mehrfach-Accounts: Wer online zocken möchte, kann dies nicht mehr anonym tun. Zwar werden die Daten vertraulich behandelt, aber wer sich für ein Online-Casino registriert, kommt in eine Datenbank. Auffällige Spieler können über die sogenannte Sperrdatei vom Glücksspiel ausgeschlossen werden, wenn sie versuchen, sich bei einem anderen Anbieter zu registrieren.

Hier greift auch ohnehin das Verbot von Mehrfach-Accounts, denn Spieler müssen sich fortan auf einen Anbieter festlegen, bei dem sie zocken möchten. So ist es auch nicht möglich, das eben genannte Einzahlungslimit pro Monat zu umgehen.

Transparenz & Panik-Knopf: Damit der Spieler nicht den Überblick verliert, muss er regelmäßig Informationen dazu bekommen, wie viel Gewinne und Verluste er erzielt hat. Das soll das Bewusstsein dafür schärfen, dass am Ende in der Regel immer die Bank gewinnt. Hat der Spieler den Eindruck, dass er den Überblick über die Situation verloren hat, kann er zudem den Panik-Knopf betätigen. Dann werden alle Einsätze für einen gewissen Zeitraum blockiert.

Weitere Hürden für Betreiber von Online-Casinos

Nicht nur das Spielgeschehen wird sich in den Casinos verändern. Auch die Vergabe von Lizenzen wird in Zukunft strikter erfolgen. Es gibt zwar grundsätzlich kein Limit mehr für die Anzahl der lizenzierten Anbieter, aber man kann erwarten, dass es deutlich schwieriger wird, eine Lizenz zu bekommen. Die zuständigen Prüfer werden ganz genau ein Auge darauf haben, ob alles ordnungsgemäß umgesetzt ist.

Auch in Bezug auf die Werbung müssen die Betreiber von Glücksspielseiten umdenken. Zwischen 6 und 21 Uhr ist keine aktive Werbung mehr erlaubt. Werbung während der Bundesliga-Konferenz für Sportwetten-Anbieter oder Casinos werden wir wohl also nicht mehr zu sehen bekommen. Das macht es den Betreibern schwieriger, neue Kunden zu erreichen. Gleichzeitig fallen aber auch den Anbietern von Werbezeiten und -flächen wichtige Einnahmen weg.

Fazit zum Glücksspielstaatsvertrag 2021

Schlussendlich lässt sich festhalten, dass nicht so ganz klar ist, ob man aufgrund des neuen Glücksspielstaatsvertrages 2021 eher zufrieden oder unzufrieden sein soll. Auf der einen Seite ist es natürlich ein gutes Gefühl, dass das jahrelange Zocken in der rechtlichen Grauzone endlich ein Ende hat. Andererseits sind die neuen Regelungen sehr einschneidend und zwingen eine gesamte Branche zum Umdenken.

Spieler sollen geschützt werden, man schränkt sie aber auch gleichzeitig in ihrer Freiheit ein. Casino-Betreiber müssen ebenfalls umplanen und vor allen Dingen technisch alles umsetzen, was sich auf dem Papier so einfach liest. Die Übergangszeit war für einige Anbieter nicht ausreichend, um alles in die Tat umzusetzen. Andere lassen es vielleicht bewusst darauf ankommen und denken gar nicht daran, den neuen Regeln Folge zu leisten.

Eine besondere Rolle nehmen hierbei übrigens die sogenannten Krypto Casinos ein. Das sind Casinos bei denen man nicht mit normalem Geld, sondern mit Kryptowährungen spielt. Da sich die Regelungen des Glücksspielstaatsvertrages 2021 aber auf Euro-Beträge beziehen, könnte sich hier eine neue Grauzone auftun. Ist das Zocken mit Kryptos, die bekanntermaßen (noch) nicht als Währung anerkannt sind, ein Weg, um sich den neuen Regeln zu entziehen? Es wird noch spannend bleiben und sicherlich ist zu erwarten, dass die vorliegende Form des Glücksspielstaatsvertrages noch nicht die finale Fassung ist.



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